Alarm! DDR-Altlasten im Grundwasser von sächsischer Stadt

Delitzsch - Krebserregende Stoffe: In Teilen der nordsächsischen Kreisstadt Delitzsch gilt ab Donnerstag ein Entnahmeverbot für das Grundwasser. Das Trinkwassernetz ist laut Auskunft des Landratsamts jedoch nicht betroffen.

Eine Färberei und eine Reinigung im Nordosten der Stadt - beide aus DDR-Zeiten - sind für die Gifte ursächlich verantwortlich.  © picture alliance / ZB/euroluftbild.de

Anlass sei ein von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) beauftragtes Gutachten. Danach wurde für den Bereich zwischen Lauesche und Bitterfelder Straße im Nordosten der Stadt eine erhöhte Belastung mit LCKW-Lösemitteln festgestellt, so das Landratsamt.

Die toxischen, "leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffe" seien in größeren Mengen durch unsachgemäße Handhabung in einer Reinigung und einer Färberei bereits zu DDR-Zeiten in die Umwelt gelangt, hieß es. LCKW können eine Reizung der Atemwege verursachen und zu Schwindel sowie Leber-, Nieren- und Nervenschäden führen. Einige LCKW sind nachweislich krebserregend.

Dass die toxischen Substanzen jetzt ausgespült wurden, liegt am Wiederanstieg des Grundwassers nach Ende des Tagebaus Delitzsch-Südwest.

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LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny (62) – sein Unternehmen hat das ausschlaggebende Gutachten in Auftrag gegeben.  © PR

Zur Beobachtung will das Umweltamt das Messstellennetz erweitern und halbjährliche Grundwasseruntersuchungen vornehmen. Die erlassene Allgemeinverfügung gilt bis auf Weiteres.

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