Alarmierende Umfrage: Jeder fünfte sächsische Handwerksbetrieb in "schlechter Geschäftslage"
Dresden - Das Handwerk in Sachsen sieht schwarz. Es leidet unter hohen Kosten, beklagt Auftragsrückgänge und Fachkräftemangel. "Den Unternehmern fehlt jegliche Zuversicht. Das Besondere an dieser aktuellen Krise ist, dass niemand Licht am Horizont sieht", sagt Uwe Nostitz (63), der Präsident des Sächsischen Handwerkstages.
Die Konjunkturdaten sprechen für sich: 30 Prozent der Firmen rechnen in den kommenden Monaten mit schlechter laufenden Geschäften (2019 waren es nur 7 Prozent).
Lediglich ein Drittel der Betriebe bewertet aktuell die eigene Geschäftslage mit gut (2019: 70 Prozent). 20 Prozent sprechen von schlechter Geschäftslage (2019: 4 Prozent).
40 Prozent der Firmen (2019: 11 Prozent) hatten zuletzt Umsatzrückgänge zu verkraften - vor allem, weil auch die Industrie schwächelt.
"Der Privatkunde kann diese Lücke aktuell nicht füllen", sagt Andreas Brzezinski (56), Sprecher des Geschäftsführerkollegiums des Handwerkstages. Die Lokomotive der Konjunktur war früher die Bauwirtschaft.
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Handwerk kann vielmals nicht von Großinvestitionen profitieren
Brzezinski: "Heute zählt sie zu den Sorgenkindern." Momentan wird so wenig gebaut wie seit zehn Jahren nicht mehr. Ursache dafür sind enorm hohe Baukosten sowie steigende Kosten bei der Finanzierung.
Das Handwerk frustet zudem, denn es kann vielmals nicht von Großinvestitionen profitieren. In der Regel schnappen sich große Bau-Konzerne als Generalauftragnehmer die Aufträge. "Wir fordern daher, dass bei der Auftragsvergabe regionale Unternehmen besonders berücksichtigt werden", so Nostitz.
Beide Repräsentanten beklagen die fortlaufende Verteuerung von Arbeit durch Steuern und Sozialabgaben.
"Handwerk muss für große Teile der Bevölkerung bezahlbar bleiben und darf nicht zu einem Luxusgut für einen elitären Kreis werden", warnen sie. Brzezinski Fazit: "Das Land läuft auf Verschleiß." Sein Appell: "Die Politik muss endlich an die Probleme ran."
Titelfoto: dpa/Michael Reichel

