Löbau - Mehr als 6500 Umgebindehäuser stehen in Sachsen auf der Denkmalliste. Beim Tag der offenen Tür zeigen Eigentümer und Nutzer an diesem Wochenende, wie außergewöhnlich das Leben im Denkmal ist.
Umgebindehäuser liegen Arnd Matthes am Herzen. In Waditz bei Bautzen bewohnt der 63-Jährige ein 1661 erbautes Objekt, das er privat saniert hat.
Auch in seiner beruflichen Laufbahn setzte er alles daran, möglichst viele Zeugnisse der einzigartigen Volksbauweise zu erhalten. Matthes leitet seit 2013 die Geschäftsstelle der Stiftung Umgebindehaus in Ebersbach-Neugersdorf und berät Hauseigentümer. "So manchen habe ich sicherlich mit dem Umgebinde-Virus angesteckt", vermutet er.
Der gelernte Autoschlosser kam 1992 als Quereinsteiger zum Denkmalschutz. Die Spezialisierung auf Umgebindehäuser nennt er einen "Glücksfall".
Schon als Kind habe er die Behaglichkeit der urigen Denkmale bei den Großeltern in Cunewalde lieben gelernt. "Dort war es einfach gemütlich."
Rund 150 Umgebindehäuser stehen an diesem Wochenende zur Besichtigung offen
Matthes sanierte ab 1988 erstmals ein Umgebindehaus. 2002 begann er, das Gebäude in Waditz auszubauen, in dem er heute wohnt.
"20 Jahre habe ich in der Freizeit daran gewerkelt", erzählt er. Etliche Überraschungen habe er dabei erlebt.
Die markante Stützkonstruktion aus Holz, das Umgebinde, und die Blockstube als Herzstück des Hauses mussten erst freigelegt werden. "Alles war komplett versteckt und verputzt."
Der sächsische Landeskonservator Alf Furkert nennt Umgebindehäuser "das Gesicht der Oberlausitz".
Etwa 6500 seien im Freistaat als Kulturdenkmale erfasst. Rund 150 stehen an diesem Wochenende zur Besichtigung offen