Ausstellung würdigt Sachsens IT-Wiege Robotron

Leipzig - Mikrochip Goes Art: Der Erfolg der sächsischen Halbleiterindustrie im "Silicon Saxony" in und um Dresden kommt nicht von ungefähr. Mit ihren Wurzeln im größten Industriekombinat der DDR beschäftigt sich die Ausstellung "Robotron. Code und Utopie".

Von Robotron zum "Silicon Saxony" - heute kommt jeder dritte in Europa produzierte Chip aus Sachsen.
Von Robotron zum "Silicon Saxony" - heute kommt jeder dritte in Europa produzierte Chip aus Sachsen.  © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die Schau beleuchtet in chronologischer Reihenfolge einzelne Kapitel aus der Geschichte des VEB Robotron, dessen Zentrale zwar in Dresden ihren Sitz hatte, deren Betriebe sich aber über die gesamte DDR verteilten.

Im Mittelpunkt stehen Kurzgeschichten aus der Robotron-Historie, die die ausgestellten Kunstwerke illustrieren.

Wer weiß denn heute noch, dass ein Teil des Robotron-Erfolgs auf der Arbeit der Staatssicherheit basierte? So überredete die Stasi in den 1980er-Jahren den japanischen Chiphersteller Toshiba, Pläne und Bauteile trotz Embargo in die DDR zu schmuggeln.

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Damit gelang Forschern die Entwicklung eines 1-Megabit-Chips, der 1988 feierlich an Erich Honecker übergeben wurde.

Die Japaner ließen sich auch mit Meissener Porzellan bezahlen, was die Rotterdamer Künstlerin Antye Guenther (45) zu ihrem Werk "Operation ZWIEBELMUSTER" inspirierte.

Im VEB Robotron produzierte auch das Schreibmaschinenwerk Dresden.
Im VEB Robotron produzierte auch das Schreibmaschinenwerk Dresden.  © IMAGO/SZ
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Die Kantine von Robotron in Dresden steht unter Denkmalschutz. Sie soll fester neuer Standort des Kunsthauses Dresden werden.
Die Kantine von Robotron in Dresden steht unter Denkmalschutz. Sie soll fester neuer Standort des Kunsthauses Dresden werden.  © Eric Münch
Vier solcher Reliefs befanden sich einst am Leipziger Standort von Robotron. Heute steht an der Stelle die Filiale der Sächsischen Aufbaubank SAB.
Vier solcher Reliefs befanden sich einst am Leipziger Standort von Robotron. Heute steht an der Stelle die Filiale der Sächsischen Aufbaubank SAB.  © Margret Hoppe
Der Schriftzug ist vielen Älteren sicher noch gut im Gedächtnis.
Der Schriftzug ist vielen Älteren sicher noch gut im Gedächtnis.  © picture alliance / ZB

Interessenten sollte sich beeilen: Bald endet die Ausstellung in Leipzig

Für "Operation ZWIEBELMUSTER" projizierte die Künstlerin Antye Guenther (45) Chip-Baupläne auf Meissener Porzellan.
Für "Operation ZWIEBELMUSTER" projizierte die Künstlerin Antye Guenther (45) Chip-Baupläne auf Meissener Porzellan.  © PR

Die taiwanesische und in Berlin lebende Künstlerin Su Yu Hsin (36) steuert eine Video-Trilogie zur Ausstellung bei, in der sie die Spuren von TSMC, des größten Chipherstellers der Welt, von Taiwan über die USA bis nach Dresden-Gittersee verfolgt.

Dort sollte Ende der 80er-Jahre ein Wismut-Werk im Rahmen des Mikroelektronikprogramms der DDR in einen Betrieb zur Herstellung von Reinstsilizium umgewandelt werden.

Proteste von Anwohnern verhinderten den Plan. TSMC baut in Kooperation mit Bosch, Infineon und NXP derzeit eine neue Mikrochipfabrik für 10 Milliarden Euro im Norden von Dresden.

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Die Schau versammelt Werke von über 20 Künstlern, darunter bekannte Namen wie A.R. Penck, Werner Tübke oder Helga Paris.

Wer sie sehen will, muss sich beeilen: "Robotron", Galerie für Zeitgenössische Kunst, Karl-Tauchnitz-Str. 9-11, Leipzig. Die Ausstellung läuft nur noch bis 22. Februar. Danach wird sie in Dortmund gezeigt.

Titelfoto: Fotomontage/picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/IMAGO/SZ

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