Autorin sorgt für lauter Morde in Meißen: Zum Glück nur in ihren Krimis
Meißen - Ein romantischer Blick über die Dächer der Altstadt von Meißen - Evelyn Kühne (55) genießt die Aussicht von der Albrechtsburg. Sie schmunzelt ein wenig, denn sie weiß genau: Der Schein trügt. Hinter den idyllischen Fassaden wird gemordet - zumindest in ihren fünf Meißen-Krimis.
In ihrem gerade erschienenen Buch "Hochzeit mit Todesfall" nimmt das Verhängnis im schicken Romantik Hotel "Burgkeller" seinen Lauf. "Hier wird eine Promihochzeit gefeiert. Die Tochter des Schönheits-Chirurgen Stefan Randsberg heiratet - wenig später ist der Brautvater tot", erzählt die Autorin.
In ihrem ersten Krimi "Mord mit Elbblick" gar wird die Leiche einer Hotelbesitzerin auf dem Meißner Burgberg gefunden. Das macht "Burgkeller"-Chefin Tessa Barth neugierig: "Ich liebe regionale Krimis - egal ob als Buch oder Film." Kühnes Krimis stehen jetzt auf ihrer Leseliste.
Und fast hinter vorgehaltener Hand verrät Tessa Barth: "Es gibt ja alte Gerüchte, dass im Kerstinghaus, das heute zum Hotel gehört, auch mal ein Toter gefunden wurde."
Da wiederum wird Evelyn Kühne hellhörig. An Stoff mangelt es ihr nicht. "Ich habe nur fünf Minuten am Lift gestanden - schon könnte ich einen neuen Krimi schreiben. Alte Ehepaare kamen keifend an mir vorbei ...", spielt die Autorin augenrollend auf potenzielle Mordmotive an.
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Mörderisches Terrain der Krimiautorin reicht von der Albrechtsburg bis zur Elbe
Im "Domcafé" gleich nebenan genießt Evelyn Kühne ein Stück Eierschecke - aus der Bäckerei Arnold in Lommatzsch. "An der kommen auch meine beiden Ermittler, Polizeihauptmeister Stier und Kommissar Winter, nicht vorbei."
Beide kehren zu gern in Meißens ältester Gaststätte, deren Ursprung bis ins Jahr 1470 reicht, auf einen Kaffee ein. Oder die Ermittler gehen in die "Kleinmarktschänke" in der Altstadt essen.
Gleich um die Ecke auf dem Markt ist Penner Charlie anzutreffen - zumindest in Kühnes erstem Meißen-Krimi wird er dort letztmalig lebend gesehen. Stunden später wird er tot aus der Elbe gefischt.
Von der Albrechtsburg bis zur Elbe erstreckt sich das mörderische Terrain der Krimiautorin, weiter noch sogar bis in die Proschwitzer Weinberge und zur Bosel. Kaum ein idyllischer Ort, an dem Evelyn Kühne nicht einen Mord platzieren könnte.
Und es geht weiter - das nächste Verbrechen wird 2027 verübt. Bis dahin arbeitet Evelyn Kühne an ihrem ersten Erzgebirgs-Thriller.
Titelfoto: Petra Hornig

