Baustopp für Sachsens Kirchen verhängt: Das steckt dahinter
Dresden - Bleibt die Kirche im Dorf? Die Evangelische Landeskirche (EVLKS) will jetzt bei Bauprojekten sparen. Künftig soll der Fokus beim Unterhalt auf Gebäuden liegen, die tatsächlich genutzt werden.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sammelt Spenden für die St. Pankratius-Kirche in Leisnig (Mittelsachsen). Im Dachgebälk sitzt der Hausschwamm.
Die Dorfkirche in Selben (Nordsachsen) wäre zu DDR-Zeiten fast dem Tagebau zum Opfer gefallen und war lange vom Verfall bedroht.
Dennoch hat die Evangelische Landeskirche Sachsen angekündigt, genehmigungspflichtige Baumaßnahmen für zwei Jahre auszusetzen. Ausgenommen sind Baumaßnahmen, die bereits genehmigt wurden, sowie Notmaßnahmen und der laufende Gebäudeunterhalt.
Das Baumoratorium, das in der zweiten Jahreshälfte umgesetzt werden soll, ist Teil des landeskirchlichen Reformprozesses "Kirche im Wandel".
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Hintergrund für den Baustopp
Der Bestand der Kirchgemeinden der Sächsischen Landeskirche umfasst rund 4450 Gebäude.
Darunter sind circa 1630 Kirchen, Kapellen und Friedhofskapellen sowie zahlreiche Pfarrhäuser und -höfe, Gemeindezentren, Wohnhäuser, Verwaltungsbauten, aber auch Kindertagesstätten und Schulen.
Hintergrund für den Baustopp seien sinkende Mitgliederzahlen und damit rückläufige Kirchensteuereinnahmen, geringere Mittel aus dem innerkirchlichen Finanzausgleich sowie sinkende Drittmittel aus der Denkmalpflege, teilte die Landeskirche mit.
Solange unklar sei, wie die Gebäudekonzeptionen in den Regionen künftig aussähen, solle kein Geld in Gebäude fließen, deren langfristiger Erhalt noch nicht gesichert sei, so Sprecherin Tabea Köbsch (49).
Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Kahnert/dpa, Steffen Füssel

