Wird Isegrim in Sachsen zur Plage? Haustiere im Visier - Wolfsrisse nehmen zu

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Nossen - Die Zahl der Wolfsrisse bei Nutztieren in Sachsen ist im Halbjahresvergleich gestiegen. Die Raubtiere erbeuteten vor allem Ziegen und Schafe. Aber auch Rinder, eine Gans und Katzen standen auf dem Speiseplan von "Meister Isegrim".

Wölfe lassen sich kaum irgendwo so gut fotografieren wie im Wildgehege Moritzburg. In freier Wildbahn schlagen sie vor allem im Herbst zu, wenn die Welpen hohen Nahrungsbedarf haben.
Wölfe lassen sich kaum irgendwo so gut fotografieren wie im Wildgehege Moritzburg. In freier Wildbahn schlagen sie vor allem im Herbst zu, wenn die Welpen hohen Nahrungsbedarf haben.  © picture alliance / imageBROKER

Großer Hunger oder eine steigende Wolfspopulation? Bis zum 30. Juni registrierte die Fachstelle Wolf beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) insgesamt 61 Wolfsrisse.

Im ersten Halbjahr 2025 waren es 14 weniger. Bei den Vorkommnissen aus diesem Jahr war in sieben Fälle die Beweislage nicht eindeutig, zwei Fälle werden noch bearbeitet und bei 16 Fällen war keine Beurteilung möglich.

Betroffen waren insgesamt 196 Beutetiere. Darunter waren, wie in den vorangegangenen Jahren auch, vor allem Schafe, aber auch Ziegen.

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Darüber hinaus wurden 15 Rinder und 33-mal Damwild, das in Gehegen gehalten wurde - mutmaßlich, teilweise sicher -, von Wölfen gerissen.

Bei der Herde dieses Halters aus Bremenhain bei Rothenburg (Kreis Görlitz) schlug der Wolf innerhalb einer Woche gleich zweimal zu.
Bei der Herde dieses Halters aus Bremenhain bei Rothenburg (Kreis Görlitz) schlug der Wolf innerhalb einer Woche gleich zweimal zu.  © Danilo Dittrich
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Im Oktober 2025 wurde dieses rund 60 kg schwere Wasserbüffelkalb bei Neustadt in der Sächsischen Schweiz von Wölfen erlegt.
Im Oktober 2025 wurde dieses rund 60 kg schwere Wasserbüffelkalb bei Neustadt in der Sächsischen Schweiz von Wölfen erlegt.  © Marko Förster
Die Bissspuren sind auf dem Foto schlecht zu erkennen. In natura waren sie aber sehr deutlich zu sehen.
Die Bissspuren sind auf dem Foto schlecht zu erkennen. In natura waren sie aber sehr deutlich zu sehen.  © Marko Förster
Das ist Leo. Die Familie ist sich sicher, dass der Kater im März 2025 von einem Wolf gerissen wurde. In der Statistik taucht der Fall nicht auf.
Das ist Leo. Die Familie ist sich sicher, dass der Kater im März 2025 von einem Wolf gerissen wurde. In der Statistik taucht der Fall nicht auf.  © privat

Halter bekommen nur unter Auflagen Schadensersatz

Kaum zu erkennen: Der Wolf in der Mitte des Fotos soll Familienkater Leo im Maul haben. Das Foto wurde in Lauta (Kreis Bautzen) aufgenommen.
Kaum zu erkennen: Der Wolf in der Mitte des Fotos soll Familienkater Leo im Maul haben. Das Foto wurde in Lauta (Kreis Bautzen) aufgenommen.  © privat

Ende Januar wurde in Weißwasser ein Hund von einem Wolf angefallen und überlebte. Im Februar und März waren es insgesamt drei Katzen, eine eindeutige Beurteilung war hier jedoch nicht möglich. Im Mai traf es eine Gans in Rietschen, der Fall wird noch bearbeitet. Alle genannten Fälle ereigneten sich im Kreis Görlitz.

Die Halter bekommen nur dann Schadensersatz, wenn die Mindestvorgaben erfüllt sind. So müssen Elektrozäune mindestens 90 Zentimeter hoch sein und über 2000 Volt Spannung verfügen. Bei Festzäunen ist eine Höhe von mindestens 1,20 Metern Vorschrift.

Im Monitoringjahr 2024/25 gab es im Freistaat 46 Wolfsterritorien mit 35 Rudeln, zehn Paaren und einem Einzelwolf (insgesamt 150 bis 200 Wölfe).

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Seit diesem Jahr können Problemwölfe 365 Tage im Jahr "entnommen" werden. Eine gezielte Bejagung zur Regulierung der Population ist zudem von Juli bis Oktober möglich. Trotz der Aufnahme ins Jagdrecht bleibt der Wolf eine streng geschützte Art.

Titelfoto: picture alliance / imageBROKER

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