China-Autos aus Sachsen? Ein Kommentar zum Minister-Vorstoß

Dresden/Zwickau - So schlecht klingt der Plan von Wirtschaftsminister Dirk Panter zur Rettung von VW Sachsen gar nicht: Wenn die EU die Einfuhrzölle auf chinesische E-Autos verdoppelt, werden die Autohersteller in Fernost schnell erkennen, dass es wirtschaftlicher ist, in Europa statt in China zu produzieren. Und was wäre günstiger, als bereits vorhandene Produktionskapazitäten wie in Zwickau auszulasten?

TAG24-Redakteur Thomas Staudt warnt davor, dass Panters Plan nach hinten losgeht.  © Eric Münch

Zulieferer nutzen den Standortvorteil Europa bereits. Der weltgrößte Hersteller von Batterien für Elektroautos CATL produziert in Thüringen Batteriezellen und -module für europäische Automobilhersteller.

Teilweise nutzen chinesische Produzenten den Standort Deutschland auch, um ihren Produkten den Stempel "Made in Germany" aufzudrücken.

Aber der "Schuss", den Panter jetzt zum wiederholten Mal abgefeuert hat, könnte insgesamt gesehen nach hinten losgehen.

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Wenn BYD und Co. verstärkt in Europa und Deutschland produzieren, kann das nur mit einer Preisoffensive einhergehen.

Wenn dann der hiesige Verbraucher, der bisher Mercedes, Skoda oder VW gefahren ist, auf chinesische Modelle umsteigt, geht das zwangsweise zulasten der deutschen Autoindustrie.

Mit einem Einstieg der Chinesen in Zwickau könnten vorerst vielleicht die dortigen Arbeitsplätze gesichert werden. Die deutsche Autoindustrie ist durch eine Verdoppelung der Zölle auf chinesische Autos aber nicht zu retten. Sie war spätestens in dem Moment verloren, in dem sie den Anschluss an die E-Mobilität verschlafen hat.

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Zur Rettung von VW Sachsen äußert der Wirtschaftsminister die Idee, den grundsätzlichen Einfuhrzoll auf chinesische Elektroautos zu verdoppeln.  © Jan Woitas/dpa

Langfristig gesehen kann das Label "Made in Germany" auf Autos deutscher Produktion nur noch ein Wunder retten. Dafür müssen die Autokonzerne aber selbst sorgen, nicht die Politik.

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