Damit Lößnitzdackel und Co. bald starten können: Hausbesuch in der Schmalspur-Werkstatt

Freital - Bald schnaufen sie wieder durchs Land! Die historischen Dampfloks der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) gehören zur Identität der Region. TAG24 war auf Hausbesuch in der Wagenwerkstatt Freital-Hainsberg. Hier laufen derzeit die Wartungsarbeiten am Lößnitzdackel, der Weißeritztalbahn und deren Wagons. In rund zwei Wochen sollen alle drei Schmalspurbahnen samt Fichtelbergbahn gewartet und aufgefrischt in die Saison starten.

In Freital-Hainsberg lebt Stefan Schwarz (52), Leiter der Werkstatt der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG), seinen Traumberuf.
In Freital-Hainsberg lebt Stefan Schwarz (52), Leiter der Werkstatt der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG), seinen Traumberuf.  © Ove Landgraf

Es riecht nach Öl und Metall. Unter einem schlüpfrigen Wandkalender dudelt das Radio. Zwei Schlosser und ein Elektriker arbeiten schweigend an einem der historischen Wagen der Weißeritztalbahn.

40 dieser Wagen stehen der SDG für die Weißeritzbahn und die Lößnitzgrundbahn, im Volksmund Lößnitzdackel, zur Verfügung. Einmal im Jahr wird jeder kontrolliert, alle sechs Jahre bekommt jeder eine Grundinstandhaltung.

"Wir schauen nach sichtbaren Schäden, prüfen auf mechanische Defekte, kontrollieren, wie die Achse im Lager läuft und untersuchen die Tragfedern", erklärt Werkstattleiter Stefan Schwarz (52) einzelne Arbeitsschritte.

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Währenddessen arbeitet Wagenschlosser Thomas Schütze (36) auf der Unterbühne. Hier werden Bremsgestänge gelöst, gereinigt, geölt und wieder eingesetzt. Für Schwarz und seine Kollegen ist das hier mehr als nur ein Job.

"Es begann alles vor 46 Jahren mit der ersten Modelleisenbahn. Ich habe hier meine Berufung gefunden", erinnert sich der Werkstattleiter lachend und führt in den Lokschuppen hinter der Werkstatt.

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Feinarbeit unterm tonnenschweren Wagengestell: Thomas Schütze (36) wartet die Bremsgestänge.
Feinarbeit unterm tonnenschweren Wagengestell: Thomas Schütze (36) wartet die Bremsgestänge.  © Ove Landgraf

Saison startet am 28. März

André Kunde (59), Lokschlosser und Lokführer, prüft die Dichtung am Kessel der Weißeritztalbahn (Kennung: 99 741).
André Kunde (59), Lokschlosser und Lokführer, prüft die Dichtung am Kessel der Weißeritztalbahn (Kennung: 99 741).  © Ove Landgraf

Hier steht die dienstälteste Lok der SDG, die Altbaulok der Weißeritztalbahn (Kennung 99 741): "Das gute Stück hat knapp 100 Jahre auf dem Buckel", schwärmt Schwarz und öffnet den Lok-Kessel.

Auf einer Leiter stehend schraubt André Kunde (59), Lokschlosser und Lokführer, an den Dichtungen vom historischen Koloss. Im dunklen Lokschuppen nebenan schlummert der Lößnitzdackel, der anschließend aufgefrischt werden soll.

Zeitgleich bringen fünf weitere Kollegen bis Saisonstart auch die Strecken auf Vordermann: "Dazu gehört Grünschnitt rechts und links entlang der Schienen, außerdem muss der Schotter unter den Gleisen kontrolliert werden." Arbeiten, die während des laufenden Zugbetriebs nicht möglich seien.

Ab dem 28. März schnauft der Lößnitzdackel vor den Toren Dresdens von Radebeul über Moritzburg nach Radeburg.
Ab dem 28. März schnauft der Lößnitzdackel vor den Toren Dresdens von Radebeul über Moritzburg nach Radeburg.  © imago images/Sylvio Dittrich

Ab 28. März (Samstag) startet die Saison auf allen drei Strecken. Traditionell dampft dann die Fichtelbergbahn im oberen Erzgebirge, der Lößnitzdackel schnauft vor den Toren Dresdens und die Weißeritztalbahn befördert ihre Passagiere von Freital durch den Rabenauer Grund. Infos: www.sdg-bahn.de

Titelfoto: Montage: imago images/Sylvio Dittrich, Ove Landgraf (2)

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