Dresden/Riesa - Der Winter hält Sachsen seit Wochen fest im Griff, sorgt fast täglich für zahlreiche Unfälle mit Blechschäden und Verletzten. Während die Glättegefahr auch in den nächsten Tagen bleibt, wird das Streusalz allerdings langsam knapp.
Großenhain sowie Lugau im Erzgebirge streuen bereits weniger. Auch in Riesa ist Salz Mangelwahre.
"Auf untergeordneten Straßen in Wohngebieten und teilweise auch in Gewerbegebieten können wir kein Salz mehr einsetzen", erklärt ein Sprecher des Riesaer Straßendienstes.
Die Speicher in Dresden dagegen seien noch ausreichend gefüllt, versichert eine Sprecherin, es gäbe "keinen Engpass". Jährlich plant die Landeshauptstadt eine Summe von rund 600.000 Euro ein, um den Winterdienst zu gewährleisten.
In Leipzig sei die Lage ähnlich stabil.
K+S-Gruppe: "Teilweise haben die Städte zu wenig Salz eingeplant"
Das Bergbauunternehmen K+S-Gruppe aus Kassel stellt Streugut her, beliefert auch sächsische Kommunen.
"Dieser Winter ist ungewöhnlich lang und teilweise haben die Städte zu wenig Salz eingeplant, aber wer kann das Wetter schon berechnen", sagt Konzern-Sprecher Michael Wudonig. Logistik und Ladeinfrastruktur stünden unter hoher Belastung. Zudem seien viele Lager nach mehreren milden Wintern in Folge verkleinert worden.
Auch die Autobahngesellschaft ist gewappnet. Zwar hat sich der Salzverbrauch in dieser Saison mit bislang rund 13.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr beinahe verdoppelt (7200 Tonnen zum gleichen Zeitpunkt), die Lager seien jedoch ausreichend gefüllt.
"Bei anhaltendem oder starkem Schneefall lässt es sich aber nicht vermeiden, dass sich vorübergehend Schneematsch auf der Fahrbahn bildet. Deshalb sind auch die Verkehrsteilnehmer gefordert, ihre Fahrweise anzupassen", sagt die zuständige Sprecherin.
Der Deutsche Wetterdienst warnt indes auch für die kommenden Tage vor Glatteis. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sowie "gebietsweise Niederschlägen, meist als Regen oder Sprühregen, teils als Schnee oder gefrierender Regen" bestehe weiterhin Glättegefahr.