Gewalt gegen Bahnmitarbeiter auch in Sachsen ein Problem
Chemnitz - Der Angriff auf einen Schaffner in Rheinland-Pfalz hat viele erschüttert - auch in Sachsen ist Gewalt gegen Zugpersonal längst Realität. In Zügen der MRB und der Erzgebirgsbahn kam es im Januar zu Attacken.
Im RE6 von Leipzig nach Chemnitz wurde eine Zugbegleiterin angespuckt und geschlagen. Im RE95 zwischen Zwickau und Johanngeorgenstadt schlug eine Teenagerin einer Schaffnerin ins Gesicht. Auslöser in beiden Fällen: eine Fahrkartenkontrolle.
Laut Deutscher Bahn (DB), die die Erzgebirgsbahn betreibt, nehmen Übergriffe seit Jahren zu: 2025 wurden bundesweit mehr als 3000 Angriffe auf Bahnmitarbeiter verzeichnet, etwa acht pro Tag.
"Die Tendenz gegenüber 2024: gleichbleibend auf hohem Niveau", so eine Sprecherin. Besonders betroffen ist das Zugpersonal im Regionalverkehr.
Aber auch Sicherheits- oder Reinigungskräfte geraten ins Visier. Um gegenzusteuern, setzt die Bahn auf mehr Sicherheitspersonal, enge Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und Deeskalationstrainings. Auch gibt es mehr Körperkameras: "Sie können Konflikt deeskalieren, wenn ein Angreifer sich auf dem Bildschirm sieht."
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Die Anfrage, wie die MRB Mitarbeitende schützt, blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet. Das Unternehmen wirbt jedoch in einer Kampagne für Respekt mit der Frage "Wie wäre es für dich, auf der Arbeit bedroht zu werden?"
Titelfoto: Kristin Schmidt
