Defizite werden immer größer: So verschuldet sind Sachsens Kommunen

Dresden - Den Kommunen in Sachsen steht das Wasser bis zum Hals - teilweise höher. Mit der Vorlage des Gemeindefinanzberichts für 2024/25 wechseln die kommunalen Spitzenverbände nun vom Klage- in den Forderungsmodus. Die Botschaft: Wir brauchen mehr Geld!

Altenberg im Osterzgebirge hat die höchste Pro-Kopf-Verschuldung im Freistaat (Stand: 2023).
Altenberg im Osterzgebirge hat die höchste Pro-Kopf-Verschuldung im Freistaat (Stand: 2023).  © Thomas Türpe

Nach der aktuellsten Auflistung des Statistischen Landesamtes mit Zahlen von 2023 ist die Gemeinde mit der größten Pro-Kopf-Verschuldung im Freistaat Altenberg/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (2457 Euro), gefolgt von Großschirma/Mittelsachsen (2259 Euro) und Reichenbach O.L./Kreis Görlitz (2210 Euro).

Bei den Landkreisen steht Nordsachsen mit Schulden von 1384 Euro pro Einwohner am dicksten in der Kreide.

Dahinter folgen die Landkreise Görlitz (864 Euro) und Vogtland (818 Euro). Bei den kreisfreien Städten liegt Leipzig (1432 Euro) klar vor Chemnitz (829 Euro) und Dresden (92 Euro).

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Hatten die Finanzausstattung und die vergleichsweise geringe Schuldenlast von Kommunen und Kreisen im Freistaat noch bis 2018 Vorzeigestatus, trat seit der Corona-Pandemie eine kontinuierliche Verschlechterung ein, konstatiert der Gemeindefinanzbericht des Kompetenzzentrums für kommunale Infrastruktur Sachsen (KOMKIS) an der Uni Leipzig.

Die Kostensteigerungen bei Kitas sind immens. Mehr Geld vom Freistaat gab es dafür zuletzt 2023.
Die Kostensteigerungen bei Kitas sind immens. Mehr Geld vom Freistaat gab es dafür zuletzt 2023.  © picture alliance / dpa
Leere Kassen bei den Kommunen - muss der Gemeindefinanzausgleich in Sachsen neu aufgestellt werden?
Leere Kassen bei den Kommunen - muss der Gemeindefinanzausgleich in Sachsen neu aufgestellt werden?  © IMAGO/Wolfilser
KOMKIS-Geschäftsführer Mario Hesse - "hohe Lasten für Kommunen".
KOMKIS-Geschäftsführer Mario Hesse - "hohe Lasten für Kommunen".  © Petra Hornig

Kita-Kosten steigen jährlich um 10 Prozent

Fordert eine höhere Finanzierung vom Freistaat: SSG-Präsident Bert Wendsche (62, CDU).
Fordert eine höhere Finanzierung vom Freistaat: SSG-Präsident Bert Wendsche (62, CDU).  © Petra Hornig

Danach lag das Minus in den Kernhaushalten - ausgelagert sind zum Beispiel die Verkehrsgesellschaften - Ende 2024 bei insgesamt 836 Millionen Euro.

Für 2025 steht voraussichtlich ein Minus von mehr als einer Milliarde Euro zu Buche. Eine Schlussrechnung steht noch aus.

Grund seien die vergleichsweise geringen Zuweisungen durch den Freistaat, sagte KOMKIS-Geschäftsführer Mario Hesse, und die hohen Lasten.

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Allein die Kita-Kosten steigen jährlich um 10 Prozent, so der Präsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetags (SSG), Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (62, CDU), am Donnerstag bei der Vorstellung des Berichts.

"Wir stürzen von Rekorddefizit zu Rekorddefizit. Das kann so nicht weitergehen", sagte Wendsche und forderte mehr Beteiligung des Freistaats bei Kita-Kosten und Sozialleistungen.

Titelfoto: Montage: picture alliance / dpa, Petra Hornig

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