Frauen verdienen weniger: Die bittere Bilanz in Sachsens Lohnlücke

Dresden - Der heutige "Gender Pay Day" ist kein Grund zum Feiern. Der Tag macht darauf aufmerksam, dass Frauen gegenüber Männern beim Lohn immer noch deutlich benachteiligt sind. Das muss sich ändern, finden - nicht nur - die Grünen.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Aber sicher! Die Realität sieht jedoch oft anders aus.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Aber sicher! Die Realität sieht jedoch oft anders aus.  © 123RF

Frauen in Sachsen verdienen rund 6 Prozent weniger als Männer. Laut dem Statistischen Landesamt ist die Lohnlücke jedoch erheblich größer. Berücksichtigt man strukturelle Unterschiede, ergibt sich ein "Gender Gap Arbeitsmarkt" oder eine Nettolohnlücke von 21 Prozent. Je höher dieser Wert ist, desto stärker ist die Verdienstungleichheit auf einem Arbeitsmarkt ausgeprägt, teilte das Landesamt mit.

Bundesweit sind die Unterschiede noch größer. Für ganz Deutschland liegt der Gender Pay Gap oder die Bruttolohnlücke bei 8 Prozent, netto sind es sogar 37 Prozent. Für Sozialministerin Petra Köpping (67, SPD) ist Sachsen dennoch kein Vorbild. "Denn ein wesentlicher Grund ist, dass Männer in Sachsen durchschnittlich deutlich weniger verdienen als in Westdeutschland."

Die Gleichstellungsbeauftragte der Grünen und frühere Gleichstellungsministerin Katja Meier (43) will die Lohnlücke abschaffen. "Wir dürfen uns nicht mit der Lohnlücke zwischen Mann und Frau abfinden", forderte sie.

Arbeitgeber seien in der Pflicht, gleiche Arbeit auch gleich zu bezahlen, betonte Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD). Um Schwung in die Sache zu bekommen, beschäftigt sich auch heute die Konferenz der Gleichstellungsminister in Leipzig mit dem Thema.

Titelfoto: v

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