Dresden - Wenn es nach dem Willen der Staatsregierung geht, sollen die Landesämter für Archäologie und Denkmalpflege nicht nur zusammengelegt, sondern auch in die Landesdirektion eingegliedert werden. Reibungslos wird das nicht über die Bühne gehen.
Widerstand kommt unter anderem vom Landesverband Sächsischer Heimatschutz (LSH). Zusammen mit anderen Kulturinstitutionen warnt der Verband: "Die wissenschaftliche Expertise der Fachämter muss unabhängig von kurzlebigen und kurzfristigen Entscheidungen sowie jedweden politischen Motivationen bleiben."
Klare Forderung: keine Zerschlagung der Archäologie, keine Zerstörung der Denkmalpflege in Sachsen! Mitunterzeichner sind Vertreter der Archäologischen Gesellschaft, der Freunde des Staatlichen Museums für Archäologie Chemnitz (smac), der Sächsischen Akademie der Künste und des Verbands der Restauratoren Sachsen.
Hintergrund ist ein Kabinettsbeschluss vom April, der im Zuge der Straffung der Verwaltung die Zusammenlegung ab 2029 vorsieht. Darüber hinaus soll das smac von der Archäologie getrennt und Teil der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) werden.
Museum ist aber nicht gleich Museum.
Kritik kommt auch aus der Politik
Das smac sei keine Kunstsammlung, "sondern als leistungsstarke Forschungs- und Vermittlungseinrichtung des Landesamtes für Archäologie eines der meistbesuchten Museen im Freistaat und eines der archäologischen Leuchttürme in der gesamten Bundesrepublik", so die Unterzeichner.
Kritik kommt auch aus der Politik. "Denkmalschutz und Archäologie brauchen die fachliche Autonomie und Autorität eines eigenen Landesamtes und sind keine Verschiebemasse der Verwaltungsmodernisierung", poltert Thomas Löser (54, Grüne) und verweist auf den Schutz des Denkmalbestands in der Sächsischen Verfassung.
Er fordert unisono mit den Kulturinstitutionen den Erhalt der Selbstständigkeit beider Fachämter. Die Institutionen wollen den Forderungen in der nächsten Woche im Landtagsgebäude Nachdruck verleihen.
Eben dort, wo die Abgeordneten dem Kabinettsbeschluss zu Gesetzeskraft verhelfen sollen. Oder eben nicht.