Deutlicher Anstieg in Sachsen: Extremismusfälle stapeln sich auf Schreibtischen

Dresden - Sachsens Extremismus-Spezialisten haben immer mehr zu tun: 1449 neue Fälle gingen beim Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) im vergangenen Jahr ein. Im Vorjahr waren es noch 1196. Dabei kommen die Verfahren schneller hinzu, als sie abgeschlossen werden.

Beim Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum in Sachsen sind 2025 deutlich mehr Fälle eingegangen. (Symbolfoto)
Beim Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum in Sachsen sind 2025 deutlich mehr Fälle eingegangen. (Symbolfoto)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Es war einer der letzten Fälle des PTAZ 2025: In Dresden soll im Oktober Rechtsextremist Philipp J. (26) mit einem Messer einen Tunesier (35) verletzt haben, der sich daran störte, dass J. rechtsextreme Musik in der Straßenbahn laufen ließ.

Die Soko Rex ermittelte, Anklage wurde erhoben, Philipp J. wartet in Untersuchungshaft auf seinen Prozess.

Nicht in allen Fällen konnten die Ermittlungen der Soko Rex abgeschlossen werden: 266 Verfahren sind noch offen, 17 sind es bei der auf Linksextremismus spezialisierten Soko Linx.

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Insgesamt waren im vergangenen Jahr 435 der Fälle rechts-, 92 links- und 41 religiös motiviert. Im Bereich ausländische Ideologie landeten 76 Fälle auf dem PTAZ-Schreibtisch.

Philipp J. (26) stach auf einen Tunesier ein, wurde daraufhin dem Haftrichter vorgeführt.
Philipp J. (26) stach auf einen Tunesier ein, wurde daraufhin dem Haftrichter vorgeführt.  © Steffen Füssel
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Die Linken-Abgeordnete Juliane Nagel (47), die die Zahlen abgefragt hatte, kritisiert anhand dieser die Organisation des PTAZ: "Trotz der enormen Bedeutung rechtsmotivierter Strafraten bleibt eine echte Spezialisierung offenbar aus", so die Politikerin aus dem linksautonom geprägten Leipziger Stadtteil Connewitz.

Titelfoto: Bildmontage: Karl-Josef Hildenbrand/dpa, Steffen Füssel

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