Leipzig - Im Frühjahr zeigen sich immer mehr Europäische Wildkatzen in Sachsens Wäldern. Bei Sichtung der seltenen Tierchen gibt es allerdings einiges zu beachten.
Laut dem BUND Sachsen leben lokale Wildkatzen-Populationen unter anderem im Leipziger Auwald und Werdauer Wald sowie vereinzelt in der Elsteraue südlich von Leipzig, in der Dübener Heide und im Vogtland.
Jetzt appellieren die Tierschützer an die Bevölkerung des Freistaats: "Graugetigerte Kätzchen im Wald bitte nicht anfassen oder mitnehmen!" Oftmals käme es nämlich zu fatalen Verwechslungen mit herkömmlichen Hauskatzen.
Almut Gaisbauer vom BUND macht deutlich: "Wird ein gesundes Wildkätzchen mitgenommen, sinken seine Überlebenschancen drastisch. Die Tiere sind sehr empfindlich, vertragen kein übliches Katzenfutter und können sich schnell mit Krankheiten von Hauskatzen infizieren."
Da die Europäische Wildkatze nur langsam in ihre ursprünglichen Verbreitungsgebiete zurückkehrt, kann jede Entnahme und Störung der Populationen die Ausbreitung der bedrohten Art gefährden. Die Mitnahme ist daher strengstens verboten.
Sollte man beim Spazieren im Wald doch einem vermeintlich verlassenen Wildkatzen-Jungtier begegnen, entfernt man sich zunächst am besten leise und kann sechs bis zwölf Stunden später wieder zurückkehren. Befindet sich das Kätzchen tatsächlich noch immer alleine an derselben Stelle, kann man das BUND-Notfalltelefon anrufen.
Schnell reagieren und die Hotline wählen sollte man nur, wenn die gefundene Wildkatze offensichtlich verletzt ist oder sich in einer Notsituation befindet.