Dresden - Beim Elektroauto geriet Deutschland international ins Hintertreffen. Nun beginnt mit dem autonomen Fahren der nächste automobile Umbruch. Sachsen will dabei eine Vorreiterrolle einnehmen und bis 2030 fahrerlose Busse im Nahverkehr in den Regelbetrieb einführen.
Die Transformation der Automobilindustrie ist für Sachsen längst Realität. Während Hersteller und Zulieferer den Wandel zur Elektromobilität bewältigen müssen und Standorte wie das Volkswagen-Werk in Zwickau unter Druck geraten sind, rückt bereits die nächste Schlüsseltechnologie in den Fokus: autonomes Fahren.
Politik, Wissenschaft und Unternehmen verbinden damit die Hoffnung, neue Wertschöpfung im Freistaat aufzubauen.
Dafür unterzeichneten im Frühjahr 19 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und Politik eine gemeinsame Absichtserklärung. Deren ehrgeiziges Ziel: autonome Fahrzeuge bis 2030 im öffentlichen Nahverkehr in den Regelbetrieb bringen.
Seit Jahren fördert der Freistaat nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Forschungs- und Pilotprojekte. An der Technischen Universität Dresden entsteht im Smart Mobility Lab in Schwarzkollm eine Versuchshalle für autonome Systeme.
Kreis Nordsachsen macht vor, wie autonomer ÖPNV geht
In Leipzig soll das Verbundprojekt "Sächsische Initiative Automatisierte Shuttle im ÖPNV" (SIAS-ÖV) den Weg für fahrerlose Shuttlebusse ebnen.
Parallel unterstützt Sachsen Kommunen und Verkehrsunternehmen bei Machbarkeitsstudien und der Vorbereitung auf den späteren Einsatz autonomer Fahrzeuge.
Dass die Technik zunehmend den Sprung aus dem Labor schafft, zeigen erste Projekte bereits heute. So ist der automatisierte Shuttlebus "Flash" seit 2023 im Landkreis Nordsachsen im Testbetrieb unterwegs. Noch fährt ein Operator zur Sicherheit mit, künftig soll der Bus jedoch über eine Leitstelle aus der Ferne überwacht werden.
Und in Dorfhain im Nordwesten des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge soll künftig ein autonomer Shuttlebus die Gemeinde mit dem Bahnhof Edle Krone verbinden.