Elektroschrott, alte Reifen und Co.: So sehr belastet illegaler Müll die sächsischen Kommunen
Von Daniel Josling
Leipzig - Sachsens Städte und Landkreise müssen jedes Jahr sehr viel Geld ausgeben, um illegal abgelagerten Müll zu beseitigen. Allein in Leipzig kostete die Entsorgung wilder Ablagerungen im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Million Euro. Auch andernorts ist das Problem groß - und vielerorts nimmt es zu. Das zeigen Rückmeldungen der Kommunen auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Besonders teuer ist illegale Müllentsorgung in den großen Städten. In Dresden stiegen die Kosten für die Beräumung innerhalb von zehn Jahren deutlich – von rund 135.000 Euro im Jahr 2015 auf knapp 450.000 Euro im Jahr 2024. Das hängt auch damit zusammen, dass die Zahl der registrierten illegalen Ablagerungen zunahm.
Die Stadt weist allerdings darauf hin, dass längst nicht alle Fälle entdeckt werden. Als Ursachen nennt die Verwaltung unter anderem veränderte Konsumgewohnheiten, etwa während der Corona-Pandemie, sowie zeitweise geschlossene Wertstoffhöfe.
Auch in Chemnitz melden die Behörden einen klaren Aufwärtstrend. Die Zahl der Fälle stieg von 668 im Jahr 2024 auf 993 im vergangenen Jahr. Die Kosten dürften damit von rund 50.000 auf etwa 67.000 Euro gestiegen sein.
Am häufigsten landen nach Angaben der Kommunen Sperrmüll und Restabfälle in der Landschaft - darunter Möbel, Hausrat oder Verpackungen. Hinzu kommen regelmäßig Reifen, Elektroschrott, Bauschutt und Grünschnitt.
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Kommunen verhängen hohe Bußgelder
Die Kosten trägt am Ende die Allgemeinheit - entweder direkt aus den Haushalten der Kommunen oder über Abfallgebühren. Viele Landkreise setzen deshalb auf Kontrollen und Bußgelder. In Mittelsachsen wurden allein in diesem Jahr Bußgelder von mehr als 45.000 Euro verhängt.
Dennoch bleibt illegale Müllentsorgung für Sachsens Kommunen ein teures Dauerproblem.
Titelfoto: Philipp Schulze/dpa
