Erhöhte Radonwerte: So schwer ist Sachsen auch in öffentlichen Gebäuden betroffen
Dresden - Erhöhte Radonwerte wurden seit 2020 in mehr als jedem zweiten untersuchten öffentlichen Gebäude in Sachsen festgestellt, das sich innerhalb der als Radon-Vorsorgegebiete festgelegten Regionen befindet.
Entsprechende Zahlen hat die BSW-Fraktion bei der Staatsregierung erfragt, nachdem bekannt geworden war, dass Räumlichkeiten der Polizeischule in Schneeberg extrem Radon-belastet sind.
Konkret wurden in 333 von 597 untersuchten Gebäuden Überschreitungen des gesetzlichen Referenzwertes von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3) gemessen. Bei 28 Gebäuden traten sogar Radon-Konzentrationen von über 1000 Bq/m3 auf.
Besonders alarmierend: Sofort ergriffene Schutzmaßnahmen zeigten nur geringe Wirkung. Der BSW-Fraktionsvorsitzende Ronny Kupke (49) spricht in diesem Zusammenhang von einem "ernsten Gesundheitsrisiko im Alltag vieler Menschen".
Das radioaktive Edelgas, das natürlich im Boden entsteht, gilt nach dem Rauchen als eine der häufigsten Ursachen für Lungenkrebs.
Kupke fordert deshalb schnelles Handeln: "Die Staatsregierung muss endlich konsequent sanieren, transparent informieren und die Betroffenen schützen."
Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa
