Erste Parkanlagen gesperrt: Gefräßige Raupen spinnen Sachsen zu

Dresden - Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne: Gespinstmotten und Eichenprozessionsspinner suchen Jahr für Jahr auch sächsische (Laub-)Wälder und Wiesen heim. In Schiebock musste nun der erste Park gesperrt werden, auch in Dresden mehren sich Sichtungen. Im Leipziger Raum startete dieser Tage ein Pilotprojekt, um die Plagen in den Griff zu bekommen.

Die Härchen des Eichenprozessionsspinners haben es in sich.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Wegen "massiven Befalls durch Raupen des Goldafters" wurde der Lutherpark in Bischofswerda gesperrt. Auch der Rammenauer Steg entlang der B98 ist deshalb dicht.

Restlos auffinden und beseitigen lassen sich die Goldafter-Raupen aufgrund des dichten Laubwerks kaum.

Die Brennhaare der 3 bis 4,5 Zentimeter langen Tiere sind mit einem Nesselgift versehen, das bei Kontakt zu "allergischen Reaktionen, Haut- und Augenreizungen sowie in seltenen Fällen auch Atemwegsbeschwerden" führen kann.

Sachsen Kommunen schlagen Alarm: Eichenprozessions-Spinner breitet sich in Sachsen aus

Ähnlich der des Eichenprozessionsspinners, dessen Werke zuletzt in Dresden am Trümmerberg Heller und im Waldpark Blasewitz gesichtet wurden.

Noch bereite die Stadt keine Maßnahmen vor, sagte ein Sprecher zu TAG24.

Wer mit den Gifthaaren in Berührung komme, solle sich schnellstmöglich bei einem Arzt vorstellen und den Fundort dem Stadtgrünamt melden.

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Auch im Dresdner Waldpark treibt der Eichenprozessionsspinner sein Unwesen.  © Ove Landgraf
Der Lutherpark in Bischofswerda bleibt vorerst gesperrt.  © privat

Leipzig bekämpft die Raupe mit Würmern

Eine Sprühkanone bugsiert die Nematoden ans Buffet.  © picture alliance/dpa

Leipzig bekämpft die fiese Raupe nun mit einem gefräßigen Wurm. Diese sogenannten Nematoden sind 1,2 Millimeter kleine Fadenwürmer. Als erste sächsische Kommune hat sich Leipzig ein Millionenheer an Nematoden besorgt, um die Stadt "spinnerfrei" zu bekommen.

Den Eichenprozessionsspinner haben sie zum Fressen gern. In einer Wasserlösung werden die sonst im Boden wohnenden Würmer in Bäume und Nester gespritzt. Dort treffen sie auf die Larven der Raupe und fressen sie von innen auf.

Gespritzt wird vor allem abends, da die Biester weder Hitze noch UV-Strahlung mögen, wie die Stadt schrieb.

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