Anlage in die Jahre gekommen: Altes Fabrikwehr soll Natur weichen

Jöhstadt - Aus Alt wird Natur! In Jöhstadt soll ein altes Fabrikwehr zurückgebaut werden, um Flora und Fauna mehr Raum zu schaffen. Dafür gab es nun knapp 190.000 Euro vom Land Sachsen.

Das alte Fabrikwehr im Jöhstädter Ortsteil Schmalzgrube soll zurückgebaut werden, um der Natur wieder mehr Raum zu verschaffen. (Symbolbild)  © 123rf/cgdeaw

Im Jöhstädter Ortsteil Schmalzgrube ist im Jöhstädter Schwarzwasser, einem Nebenfluss der Preßnitz, noch ein altes Fabrikwehr. Die Anlage ist in die Jahre gekommen. Ursprünglich wurde an dem Wehr der Fluss aufgestaut und kontrolliert in den Obergraben einer Wasserkraftanlage abgeleitet. Die Nutzung wurde jedoch schon vor vielen Jahrzehnten eingestellt. Die noch vorhandenen, aber nicht mehr genutzten Ufermauern auf beiden Seiten des Gewässers sind stark sanierungsbedürftig.

Nun soll die Anlage weg. Wie die Landesdirektion Sachsen mitteilt, ist ein vollständiger Rückbau einschließlich beider Wehrschwellen vorgesehen. Nur ein etwa ein Meter breites Reststück am linken Ufer soll erhalten bleiben.

"Auch der Einlauf in den Obergraben wird verschlossen und zurückgebaut. Die Ufermauern auf beiden Seiten werden weitgehend entfernt und durch naturnahe Böschungen ersetzt", so ein Sprecher der Landesdirektion.

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Bauarbeiten werden etwa ein Jahr dauern

Jöhstadts Bürgermeister André Zinn (CDU) kann sich über einen Fördermittelbescheid in Höhe von knapp 190.000 Euro freuen. (Archivbild)  © Uwe Meinhold

"Vor Ort zeigt sich deutlich, dass das Fabrikwehr das Jöhstädter Schwarzwasser in seinem natürlichen Verlauf einschränkt und die ökologische Durchgängigkeit erheblich stört", erklärt Landesdirektions-Präsident Béla Bélafi (52). "Die fehlende Verbindung zur angrenzenden Preßnitz wirkt sich negativ auf die Fischbestände aus. Mit dem Rückbau geben wir der Flora und Fauna ein Stück Natürlichkeit zurück."

Durch die Maßnahmen verbessern sich unter anderem die Lebensbedingungen für heimische Fischarten wie die Groppe. Aber auch die angrenzenden Lebensräume wie Wiesen werden wieder an das Gewässer angebunden.

Die Kosten für die Maßnahme liegen bei mehr als 197.000 Euro und werden zu 95 Prozent vom Freistaat unterstützt. Dazu erhielt Jöhstadts Bürgermeister André Zinn (CDU) einen Fördermittelbescheid in Höhe von 187.519,91 Euro.

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Die Bauarbeiten sollen im August starten und im September 2027 abgeschlossen sein.

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