Bürokratie-Irrsinn in Sachsen! Gemeinde soll neuen Radweg wieder abreißen

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Sayda - Die Idee war einfach. Weil in Dorfchemnitz (Erzgebirge) der touristische Radweg "Blockline" die Kreisstraße an einer unübersichtlichen Kurve kreuzt, wollte Bürgermeister Thomas Schurig (63) die Unfallgefahr mildern. Dafür entstand ein 90 Meter langer Weg, der eine sichere Umleitung für Radfahrer und Wanderer ermöglicht – der jetzt auf Weisung des Landratsamtes Mittelsachsen wieder abgerissen werden soll.

Der fast fertiggestellte Radweg soll wieder abgerissen werden.
Der fast fertiggestellte Radweg soll wieder abgerissen werden.  © Kristin Schmidt

Die Gemeinde fand eine preiswerte Materiallösung, ließ den Erdaushub einer nahe gelegenen Baustelle parallel zur Straße aufschütten und verdichten.

"Wir haben dafür insgesamt rund 500 Euro ausgegeben. Mit einer Decke aus Feinsplitt wären es am Ende 3000 Euro gewesen", so Bürgermeister Schurig. "Das Landratsamt wusste Bescheid, es gab vor dem Bau eine Ortsbegehung."

Doch bevor der Bau vollendet war, sperrte das Amt den Radweg. "Eine neu errichtete Verkehrsanlage muss für alle nutzbar sein, zum Beispiel auch für eine Familie mit Radanhänger. Dies setzt eine Ertüchtigung der jetzt vorhandenen Erdaufschüttung voraus", teilt das Landratsamt auf Anfrage mit.

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Die Behörde verweist auf weitere gesetzliche Vorgaben, wie ein Planfeststellungsverfahren und eine Umweltverträglichkeitsprüfung.

Auf der Kreisstraße in Höhe Wolfsgrund ist Tempo 100 erlaubt. Der gesperrte Damm neben der Straße bietet Radfahrern eine sichere Route.
Auf der Kreisstraße in Höhe Wolfsgrund ist Tempo 100 erlaubt. Der gesperrte Damm neben der Straße bietet Radfahrern eine sichere Route.  © Kristin Schmidt
Bürgermeister Thomas Schurig (63) ließ einen Radweg bauen – und soll ihn wieder abreißen.
Bürgermeister Thomas Schurig (63) ließ einen Radweg bauen – und soll ihn wieder abreißen.  © Kristin Schmidt
Der Radweg Blockline wird gern von Mountainbikern genutzt.
Der Radweg Blockline wird gern von Mountainbikern genutzt.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Bürokratie-Posse! Planung für Radweg kostet 35.000 Euro

Blockhausen-Chef Andreas Martin (69) ärgert sich über die bürokratischen Hürden.
Blockhausen-Chef Andreas Martin (69) ärgert sich über die bürokratischen Hürden.  © Detlev Müller

"Nun liegt die Entscheidung bei der Gemeinde, die Aufschüttung zurückzubauen oder in das große Baurechtsverfahren einzusteigen."

"Das würde 35.000 Euro Planungskosten bedeuten. Wie soll ich das dem Steuerzahler erklären?", fragt sich Bürgermeister Schurig.

Auch Blockhausen-Sauensäger Andreas Martin (69), der als Grundstückseigentümer die Fläche neben der Straße zur Verfügung stellte, schüttelt mit dem Kopf: "Das ist Bürokratie hoch drei. Einen fast fertig gebauten Radweg, der gut funktioniert, wieder abzureißen, ist so sinnlos."

Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt (2)

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