Schneeberg - Die Stadt Schneeberg (Erzgebirgskreis) lüftet durch, um die Radon-Belastung zu senken. Dafür startete 2022 das Wetterprojekt. So sieht der aktuelle Stand aus.
Das radioaktive Gas Radon ist eine der häufigsten Ursachen für Lungenkrebs. Durch den historischen Bergbau ist die Belastung im gesamten Erzgebirge hoch.
Laut Strahlenschutzgesetz sind 300 Becquerel die Obergrenze - in Schneeberg werden bis über 100.000 Becquerel gemessen.
Über das Wetterprojekt soll das Radon aus den Gruben außerhalb der Stadt ausgeblasen werden, wo es sich dann verflüchtigt. Übrigens: Der Bergmann nennt Luftbewegungen in den Schächten Wetter.
Drei Bauphasen gibt es für das Projekt. Aktuell läuft noch Phase eins, in der zwei dauerhafte Öffnungen im Revier Schneeberg gebaut werden.
Phase zwei im Revier Neustädtel
Bernhard Cramer, Chef des sächsischen Oberbergamtes, erklärt: "Zum aktuellen Zeitpunkt konnten die dauerhafte Abwetteröffnung Schacht 76 und der als Hilfsschacht konzipierte Schacht 25 bis zur Hauptwettersohle hergerichtet werden."
Zudem wurden bereits bestehende Öffnungen in das System eingebunden. Cramer weiter: "Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen die restlichen Grubenbaue der geplanten Wettermaschen in Phase eins hergerichtet und die Ausrüstung des Schachtes 76 als Abwetteröffnung erfolgen."
Dann kann Phase zwei starten, in der im Revier Neustädtel zwei neue, dauerhafte Abwetteröffnungen errichtet werden.
Der Freistaat Sachsen investiert rund 26,5 Millionen Euro in das Projekt. Nach der Fertigstellung kostet die Wetteranlage weiter Geld - wahrscheinlich etwa 100.000 Euro jährlich.