"Die stehen einfach senkrecht im Feld": Auf seinem Acker "wächst" die Solaranlage der Zukunft

Adorf/Erzgebirge - "Camino Adorf" - ein Projekt, das Pilgerweg, Landwirtschaft und Solar-Park verbinden soll. Und mittendrin Landwirt Bert Bochmann (53), der einen Teil seiner Flächen für das Zukunftsprojekt verpachtet hat.

Bert Bochmann (53) zeigt, wie die Module auf seinem Feld stehen sollen.  © Uwe Meinhold

Der Name "Camino Adorf" ist kein Zufall - er spielt auf den Sächsischen Jakobsweg an, der direkt durch Adorf (Erzgebirgskreis) führt. Auf rund 15,8 Hektar soll ein besonderer Solar-Park entstehen.

Statt flacher Module werden hier senkrechte Solarwände aufgebaut: "Die stehen einfach senkrecht im Feld, so wie ein Zaun", sagt Bochmann. "Und dort können wir ganz normal mit unseren Maschinen zwischendrin arbeiten."

Die Solarmodule nehmen Sonnenlicht von beiden Seiten auf. "Die Anlage ist Nord-Süd ausgerichtet und damit auf die Morgen- und die Abendsonne."

Erzgebirge Mysteriöses Loch in Sachsen: Ursache geklärt

Heißt: Sie produziert Strom, wenn viele Haushalte Energie brauchen. Künftig soll der Solarpark rund 6,2 Millionen Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr produzieren - genug für etwa 1900 Drei-Personen-Haushalte.

Finanziert werden soll das Projekt über ein Crowd-Investment, an dem sich auch Bürger beteiligen können.

Anzeige
Ein Traktor fährt an vertikalen Solarpanelen vorbei - so soll es auch in Adorf aussehen.  © Next2Sun
Der vertikale Agri-Solar-Park soll bei Adorf entstehen.  © Uwe Meinhold

Für Bochmann ist das mehr als nur ein Energieprojekt. "Der Strom soll für unseren Hof wieder so eine Basiseinnahme werden wie früher die Milch." Denn 2018 zwang ihn Trockenheit, seine Milchkuhherde aufzugeben. Schon damals hatte der Betrieb sich neu erfunden und auf Pferde umgesattelt.

Pilger und Abenteurer können in Kunstwerken übernachten. Seit vergangenem Jahr lockt sogar ein Kunst- und Kulturcafé Besucher auf den Hof.

Mehr zum Thema Erzgebirge: