"Wir sind gefangen": Fotografin aus Sachsen sitzt auf Kreuzfahrtschiff in Abu Dhabi fest

Thalheim/Abu Dhabi - Der Traum vom Arbeiten in fernen Ländern nahm für Manuela Schneider (58) aus Thalheim (Erzgebirge) eine unerwartete Wendung: Seit Januar arbeitet sie als Bordfotografin auf einem Kreuzfahrtschiff - doch wegen des Ausbruchs des Iran-Kriegs saß sie dort plötzlich fest.

Manuela Schneider (58) aus Thalheim arbeite als Fotografin auf einem Kreuzfahrtschiff, das wegen des Iran-Kriegs in Abu Dhabi strandete.
Manuela Schneider (58) aus Thalheim arbeite als Fotografin auf einem Kreuzfahrtschiff, das wegen des Iran-Kriegs in Abu Dhabi strandete.  © Manuela Schneider

"Auf einmal steht die Welt still und wir sind gefangen", sagt Schneider. Am vergangenen Samstagvormittag war noch alles ganz normal. Die Gäste seien früh zu einem Ausflug aufgebrochen, während sie auf dem Schiff blieb und Bilder bearbeitete. "Mein Kollege kam zurück und erzählte, was passiert war. Alle weiteren Ausflüge mussten abgesagt werden, alle Gäste sollten auf dem Schiff bleiben."

Eigentlich war die Weiterfahrt aus dem Hafen Port Zayed in Abu Dhabi für 18 Uhr angesetzt. Daraus wurde nichts.

"Die Straße von Hormus, durch die wir sonst dreimal in der Woche gefahren sind, ist zu. Dort ist normalerweise so viel Verkehr, aber aktuell steht alles still."

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Aus dem Hafen kommt Hilfe: Abwasser wird entsorgt, Frischwasser wird beschafft und Lebensmittel werden geliefert. "Auf dem Schiff herrscht aber keine Panik", beteuert Schneider.

Natürlich sei die Situation außergewöhnlich, aber es seien sämtliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden und es gehe allen gut.

Tagelang wussten die Gäste des Schiffes nicht, wann sie nach Hause kommen.
Tagelang wussten die Gäste des Schiffes nicht, wann sie nach Hause kommen.  © Manuela Schneider

Plötzlich ging alles ganz schnell

Als die Drohnen einschlugen, waren Manuela Schneider und die Gäste des Kreuzfahrtschiffes ganz in der Nähe.
Als die Drohnen einschlugen, waren Manuela Schneider und die Gäste des Kreuzfahrtschiffes ganz in der Nähe.  © Manuela Schneider

Ganz ohne bange Momente blieb die Lage dennoch nicht. Am Sonntag schlugen zwei Drohnen nahe dem Hafen ein. "Alle sollten rein und möglichst weg vom Fenster." Doch gerade als Crew müsse man in solchen Momenten Ruhe bewahren.

Nach und nach wurden die Gäste in den vergangenen Tagen vom Schiff geholt und nach Deutschland geflogen. Mehr als 2500 Urlauber seien an Bord gewesen. "Wie es für uns Crew-Mitglieder weitergeht, ist aktuell noch unklar", erzählte Schneider am Donnerstagnachmittag im TAG24-Gespräch.

Doch dann ging alles ganz schnell: "Heute Nacht sind wir kurz vor 4 Uhr geweckt worden. Wir sollten uns anziehen und die Koffer packen", berichtet sie am Freitagmorgen. Um 7 Uhr ging es schließlich los - mit dem Bus Richtung Oman. "Wir fliegen jetzt irgendwann ab Maskat - wohin genau, weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich Richtung München."

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Nur eines steht für die Fotografin aus dem Erzgebirge schon jetzt fest: Diese Reise wird sie garantiert nie vergessen.

Titelfoto: Bildmontage: Manuela Schneider (2)

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