Dieser US-Amerikaner fühlt sich im Erzgebirge pudelwohl
Aue-Bad Schlema - James Meyer (30) zog vor zehn Jahren für die Liebe aus dem US-Bundesstaat Michigan ins Erzgebirge. Zwischen Schwibbögen und Bergmanns-Traditionen fühlt sich der Amerikaner mittlerweile pudelwohl.
"Kaum einer merkt, dass ich nicht von hier bin - ich sehe aus wie ein Bergmann", scherzt Meyer und zeigt auf seinen Bart.
Kulturschock im Erzgebirge? Fehlanzeige! "Den habe ich eher, wenn ich wieder in die USA fliege", sagt er. Dennoch interessant für ihn: "Du kannst hier überall hinlaufen."
Fast undenkbar in den Staaten, denn oft braucht man selbst für den Weg zum Supermarkt ein Auto. "Die Entfernungen sind einfach zu groß - außer du wohnst in der Großstadt."
Unterschiede sieht er besonders beim Weihnachtsfest, so hätte seine Mutter nie eine Gans gekocht. "Es ist auch anders, am 24. Dezember statt am 25. Dezember zu feiern."
Zudem faszinieren ihn die Schwibbögen. "Die bringen viel Wärme. In den USA ist alles mit bunten LEDs geschmückt." Zum letzten Weihnachtsfest bekam er eine besondere Ehre: Aus einem Schwibbogen, den er für eine Karte des Bergmanns-Blasorchesters entwarf, wurde ein echter.
Wegen seiner Frau zog James Meyer ins Erzgebirge
Auslöser für den Umzug ins Erzgebirge war übrigens seine Frau. "Sie kommt aus Aue-Bad Schlema, wollte hier wohnen und arbeiten."
Die beiden lernten sich in Meyers Heimat Michigan kennen, als sie ein Auslandsjahr an seiner Schule machte. "Nach der Highschool wusste ich nicht, was ich mache. Also bin ich ohne alles nach Deutschland gekommen", erinnert er sich.
Beide sind im Bergmanns-Blasorchester Aue-Bad Schlema aktiv. James spielt Klarinette, seine Frau Tuba. Musikalisch sind die Stücke des Orchesters nicht immer sein Geschmack.
Dafür mag er besonders die Auftritte bei den Spielen der Eishockey-Mannschaft "Schönheider Wölfe". "Das ist eher das, was ich in den USA in der Marching Band gemacht habe - die haben Krach und Stimmung gemacht."
Titelfoto: Ralph Kunz

