Große Verkostung: Welcher Stollen schmeckt dieses Jahr am besten?

Annaberg-Buchholz - Für viele Erzgebirger ist es der süßeste Tag im Advent: Bereits zum 23. Mal feierte Annaberg-Buchholz am Sonntag den Erzgebirgischen Stollentag im Weihnachtshaus Erzhammer. Hier dreht sich alles um das Traditionsgebäck und um jene, die es mit viel Handwerkskunst und Leidenschaft backen.

Volles Haus: Besucher probieren, vergleichen und küren ihre persönlichen Favoriten.
Volles Haus: Besucher probieren, vergleichen und küren ihre persönlichen Favoriten.  © Uwe Meinhold

37 Bäckereien aus der Region traten gegeneinander an, um zu zeigen, wer den besten Stollen zaubert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 15 Stollen erhielten die Gold-Prämierung - und das heißt: 100 von 100 Punkten! Besser geht's nicht.

Die Bewertung übernimmt eine Fachjury rund um André Bernatzky (51), Leiter der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk. Er prüft streng nach fünf Kriterien: Optik, Teig, Rosinenverteilung, Geschmack und Geruch. Kein Detail entgeht ihm.

Bernatzky weiß, was er tut. Seit Oktober hat er schon über 650 Stollen getestet. Für ihn ist klar: "Der Stollen ist die Königin unter den Gebäcken."

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Privat wird bei ihm erst am ersten Weihnachtsfeiertag angeschnitten, vorher hat er wenig Appetit darauf.

Die Juroren Uto Stieberger (55), Andre Bernadsky (51) und Paul Nitzsche (24, v.l.) haben 37 Stollen bewertet.
Die Juroren Uto Stieberger (55), Andre Bernadsky (51) und Paul Nitzsche (24, v.l.) haben 37 Stollen bewertet.  © Uwe Meinhold

Skisprung-Legende Jens Weißflog (61) überreichte Urkunden an die 15 Gold-Bäckereien

Skisprung-Legende Jens Weißflog (61) überreichte die Urkunden an 15 Bäckereien aus der Region.
Skisprung-Legende Jens Weißflog (61) überreichte die Urkunden an 15 Bäckereien aus der Region.  © Uwe Meinhold

Auch Skisprung-Legende Jens Weißflog (61) ist Stollenfan. Sein liebster? "Der von meiner Mutter!" Er überreichte als Ehrengast die Urkunden an die 15 Gold-Bäckereien.

Eine feste Tradition, wann er den Stollen anschneidet, gibt es bei ihm nicht - sobald er fertig ist, wird probiert. Und ob er selbst 37 Stollen schaffen würde? "Ich denke schon", sagt Weißflog und lacht.

Ab 15 Uhr durften die zahlreichen Besucher auch selbst probieren und bei einer Tasse Kaffee oder Tee ihr persönliches Stollen-Urteil fällen. Für 3,50 Euro gab es drei Kostproben. Der komplette Erlös geht an den Berufsnachwuchs der Bäcker und Konditoren am Schulzentrum Annaberg.

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Passend dazu halfen die Azubis beim Ausschank. Und während im Erzhammer eifrig probiert, gefachsimpelt und bewertet wurde, zeigte sich einmal mehr: Stollen ist Kulturgut, Handwerk und Herzenssache.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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