Husky-Touren im Erzgebirge: Wer will da noch nach Alaska?

Elterlein - Wenn im Erzgebirge das Heulen der Huskys durch die Wälder dringt, fühlt man sich plötzlich ganz weit weg - irgendwo zwischen Norwegen, Kanada und Alaska. An der Black Lake Lodge nahe Elterlein lebt dieser Traum seit 25 Jahren.

Vom Husky gibt es für Lutz Gentsch (56) ganz viel Liebe.  © Uwe Meinhold

Mitte der 90er-Jahre war Lutz Gentsch (56) mit seiner Frau Heike Müller (54) in Ungarn campen. Auf einem Platz am Balaton sahen sie schlecht gehaltene, billig angebotene Hundewelpen.

"Das hat uns total erschüttert. Tierschutz hat damals dort niemanden interessiert", erzählt er. Einer der Welpen: ein Husky, gerade einmal acht oder neun Wochen alt. "Der sollte da einfach raus. Also haben wir ihn mitgenommen, aufgepäppelt - und konnten ihn dann nicht mehr abgeben."

Aus dem einen Hund wurden schnell mehr. "Ein Husky ist ein Arbeitshund und ein Rudeltier. Einer allein geht gar nicht", sagt Gentsch. Ein halbes Jahr später kam die zweite Hündin aus dem Tierheim dazu.

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Die Leidenschaft wuchs, ebenso das Wissen: Training bei Profis, Fahrten nach Kanada und Alaska. "Dann sind wir auch die ersten größeren Rennen gefahren und haben selbst welche organisiert."

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Wenn die Huskys einen Schlitten sehen, springen alle sofort auf und wollen los.  © Uwe Meinhold

Husky-Touren im Erzgebirge ziehen Gäste aus aller Welt an

Rund 300 bis 350 Gäste kommen pro Saison zu den Huskys im Erzgebirge.  © Uwe Meinhold

Vor 25 Jahren suchte die Familie ein abgelegenes Grundstück, um niemanden zu stören. Heute leben auf der Lodge 41 Huskys. Besonders herzerwärmend: Gearbeitet wird ausschließlich mit ehemaligen Tierheimhunden. "Alles hat mit einem Hund aus schlechten Verhältnissen angefangen. Dabei sind wir quasi geblieben."

Obwohl die Nachfrage riesig ist - Gäste kommen aus den USA, Australien, Nepal und Ägypten -, bleibt alles familiär. "Wir leben nicht davon", betont Gentsch. "Das hier ist unsere Freizeit, aber eben weit mehr als nur ein Hobby." Seine Frau arbeitet als IT-Consultant, er selbst führt eine Firma in der Automobilbranche in Zwickau. Unterstützt werden sie von ihren Kindern.

Angeboten werden Husky-Wanderungen für Familien und klassische Schlittenhundefahrten, egal ob Schnee liegt oder nicht. "Wir haben uns an die Witterungen angepasst und können auch auf Rädern fahren." Dazu gibt es Workshops und sogar Zweitagestouren mit bis zu 25 Kilometern Strecke.

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