Ihr Leben als "Schnaps-Baby" widmet sie der Aufklärung

Annaberg-Buchholz - Die Mutter von Grit Wagner (53) trank während der Schwangerschaft Unmengen an Alkohol. Deswegen leidet die Erzgebirgerin seit ihrer Geburt unter dem Fetalen Alkoholsyndrom (FASD). Seit sie vom Ursprung ihrer Behinderung erfuhr, klärt sie Menschen über das Syndrom auf - und wurde dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Grit Wagner (53) leidet unter dem Fetalen Alkoholsyndrom.  © Uwe Meinhold

Das Trinkverhalten von Grits Mutter war dramatisch: "Sie hat in der Schwangerschaft sechs bis acht Flaschen Schnaps pro Woche getrunken, vier bis sechs Flaschen Bier am Tag und täglich eine Flasche Cognac", erzählt Grit.

Dies führte dazu, dass sie seit der Geburt eine Vielzahl an Beeinträchtigungen hat.

Durch den Alkoholkonsum der Mutter ist Grit geistig behindert, weil es während der Schwangerschaft zu einer Hirnschädigung kam. Aber auch körperlich hat das verantwortungslose Verhalten Spuren hinterlassen.

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So hat die gelernte Reinigungskraft unter anderem einen Hörfehler, sowie eine Augenfehlbildung. "Nicht die Mutter, sondern das Kind muss die Konsequenzen tragen", fasst es Grit zusammen.

Aber davon lässt sich Grit nicht unterkriegen. Seit 2013 informiert sie über FASD und seine Folgen, engagiert sich im Christlichen Körperbehinderten-Verein Annaberg (Erzgebirge), besucht Schulen und hat sogar zwei Bücher geschrieben.

Im März erfolgte dann die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU). "Sie leistet Aufklärungsarbeit, die maßgeblich dazu beiträgt, Vorurteile abzubauen und künftiges Leid durch Prävention zu verhindern", so die sächsische Staatskanzlei zur Begründung der Auszeichnung.

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Für ihr Engagement wurde der Erzgebirgerin das Bundesverdienstkreuz verliehen.  © Uwe Meinhold

Kleinste Mengen - schwere Schäden

Wenn Frauen in der Schwangerschaft Alkohol trinken, kann dies zu massiven Schädigungen des Kindes führen. (Symbolfoto)  © 123rf/assumption111

Wenn Mütter in der Schwangerschaft trinken, rauchen oder Drogen nehmen, ist dies extrem schädlich für das Kind - denn der Fötus ist Stoffen wie Alkohol und Tabak völlig schutzlos ausgeliefert.

Folgen für das Kind können neben organischen Schäden und kognitiven Beeinträchtigungen auch tödlich sein - in Form von Fehlgeburten.

Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob man während der Schwangerschaft beim Feiern "nur" ein Glas Sekt trinkt. "Bereits kleinste Mengen Alkohol in der Schwangerschaft können schwere, irreversible Schäden beim Fötus verursachen", so Sachsens Barmer-Chefin Claudia Beutmann (39).

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Weitere Informationen und Hilfe zum Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) findet Ihr unter: www.fasd-deutschland.de

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