Neuhausen/Erzgebirge - In Neuhausen (Erzgebirge) sollten in der kommenden Woche zwei neue Glocken für die Kirche geweiht werden. Daraus wird jedoch nichts, denn das Ensemble klingt schief! Dabei wurden die Gefäße gerade erst neu gegossen.
"Dumm gelaufen, aber das passiert immer mal wieder", erklärt der Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Kirchgemeinde Kreuztanne, Jan Gernegroß (48).
Erst im Herbst 2025 waren zwei der drei Glocken (Jahrgänge: 1954, 1955) der Kirche im Ortsteil Cämmerswalde aus dem Turm geholt worden, um in einer Glockengießerei in Innsbruck neu gegossen zu werden. Am 25. Juli hätten die neuen Gefäße geweiht werden sollen.
Als ein Sachverständiger der Landeskirche sich den Klang der neuen Glocken anhörte, fiel das Urteil jedoch negativ aus: "Jede Glocke für sich klingt gut", erklärt Gernegroß. "Aber wenn die Glocken zusammenklingen, entsteht eine Disharmonie." So etwas passiert immer mal wieder, wenn Glocken neu gegossen werden.
Die Gesamtkosten für den Neuguss belaufen sich auf über 20.000 Euro. Mit der Kirchturmsanierung und der Restaurierung der dritten Glocke belaufen sich die Kosten fast auf eine Viertelmillion Euro.
Zweitgutachter schaut sich die Glocken an
Wie es nun weitergeht, ist unklar. Zunächst soll ein Zweitgutachter zum Einsatz kommen. Dieser entscheidet, ob an den Glocken Verbesserungen vorgenommen werden sollen - oder die Gefäße noch einmal komplett neu gegossen werden müssen.
Trotz der Panne und der Verzögerung ist Jan Gernegroß optimistisch: "Die Glocken werden auf jeden Fall wieder klingen. Alles ist in Gottes Hand!"