Von Andreas Hummel
Annaberg-Buchholz - Über Jahrhunderte wurde in Sachsen Bergbau betrieben. Die Folgen verschlingen noch immer Jahr für Jahr Millionenbeträge. Vor allem nach Starkregen steigt die Gefahr von Aufbrüchen.
Vergangenes Jahr habe das Oberbergamt etwa 17,4 Millionen Euro für die Gefahrenabwehr aus dem Altbergbau aufgewendet, rechnet Oberberghauptmann Bernhard Cramer (60) vor. Auch dieses Jahr wurden bereits mehr als 40 Schäden gemeldet.
Das reiche von Riss- und Spaltenbildungen, Senkungen bis zu kraterförmigen Tagesbrüchen und Schachtverbrüchen ebenso wie unkontrollierten Wasseraustritten, so Cramer.
Für größeres Aufsehen hatte jüngst ein Tagesbruch in Annaberg-Buchholz gesorgt. Dort hatte sich im Juni ein über fünf Meter tiefes Loch aufgetan. Die Bärensteiner Straße ist seither voll gesperrt.
Derzeit laufe die bergtechnische Erkundung des Tagesbruches, erklärt der Oberberghauptmann. Erst im Ergebnis könnten genauere Aussagen zum Umfang der weiteren Arbeiten, den zeitlichen Ablauf sowie den Kosten getroffen werden. Anschließend würden die Grubenbaue verwahrt, also verfüllt und abgedeckt.
Schäden auch rund um den Altbergbau: Betroffen ist vor allem das Erzgebirge
Von 2020 bis 2025 seien jährlich etwa 80 bis 110 Schäden infolge des Altbergbaus gemeldet worden, berichtet Cramer, wendet aber ein: "Durch die umfangreichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr sowie den präventiven Maßnahmen zur Bewältigung von Bergbaufolgen ist tendenziell ein rückläufiges Schadensgeschehen erkennbar."
Jedoch könnten besondere Naturereignisse wie Hochwasser und Starkregen zu erheblichen Schäden auch rund um den Altbergbau führen. Betroffen ist vor allem das Erzgebirge, wo über Jahrhunderte Silber und Kobalt gewonnen wurden, später auch Uran.
Cramer: "Aber auch in den Steinkohlenregionen Zwickau, Lugau/Oelsnitz sowie Freital sind regelmäßig Schadensmeldungen zu verzeichnen."