Lößnitz - Der jüngste IHK-Chef Deutschlands ist jetzt auch Sprecher für die ostdeutsche Wirtschaft: Max Jankowsky (33), Präsident der Industrie- und Handelskammer Chemnitz, wurde beim Sommertreffen des "Heringsdorfer Kreises", in dem die 15 IHKs aus Ostdeutschland vertreten sind, an die Spitze des Gremiums gewählt, hinter dem rund eine Million Firmen stehen.
Der Unternehmer aus dem Erzgebirge, der die Gießerei Lößnitz leitet, hat sich für sein neues Amt viel vorgenommen.
"Mein Ziel ist, unserer Region neues Selbstbewusstsein zu geben. Die Politisierung des Ostens muss aufhören. Wenn eine gerechte Wohlstandsverteilung gelingt, stellen sich gesellschaftliche Spannungsfelder anders dar."
Der Ostverbund der IHKs soll in Berlin als Stimme auf Augenhöhe wahrgenommen werden. Erstes Ziel: ein Treffen mit dem Bundeskanzler.
"Ich werde einen Brief an Herrn Merz schreiben, einen Antrittsbesuch vorschlagen und meine Mannschaft vorstellen. Unsere Botschaft ist: Der Osten ist kein Problem, sondern Teil der Lösung. Hier gibt es Erfahrung mit harten Brüchen."
Gemeinsam mit den 15 IHK-Präsidenten des Heringsdorfer Kreises will Jankowsky Themenschwerpunkte für die ostdeutschen Bundesländer setzen: "Der Schlüssel ist, Innovation zu schaffen. Unsere wichtigsten Binnenmarktpartner sind dabei in Polen, Tschechien und im Ostseeraum zu finden. Die Konzernzentralen müssen in Ostdeutschland stehen. So kommen wir raus aus dem Fluch, ewige Werkbank zu sein."
IHK-Präsident Jankowsky: "Es muss gelingen, junge Leute zu begeistern"
Wichtig ist auch demografischer Wandel: "Eine Grundstimmung, 'bis zur Rente mach' ich das noch', kann nicht der Anspruch sein. Es muss gelingen, junge Leute zu begeistern, zu zeigen: Hier lohnt es sich, ein Unternehmen zu gründen, in dieser Region zu bleiben. Da will ich auch ein Vorbild sein."
Aktuell weilt Max Jankowsky gemeinsam mit dem Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (54, SPD) beim Chemnitzer Wirtschaftstag in Manchester.
Der Besuch der Tech-Metropole stimmt den IHK-Boss optimistisch: "Manchester hatte mit denselben Problemen zu kämpfen und ist heute die wirtschaftlich zweitwichtigste Stadt in UK. Das ist möglich, wenn man sich auf seine Stärken fokussiert."