Aue-Bad Schlema - Am Sonntag greift in Aue-Bad Schlema (Erzgebirgskreis) mit Stefan Hartung (37) zum ersten Mal ein Vertreter der rechtsextremen "Freien Sachsen" nach der Macht in einem Rathaus. Trotz seines guten Ergebnisses im ersten Wahlgang - die Doppelstadt ist gespalten.
Stefan Hartung gibt sich smart und bleibt in der Sache, wie schon sein Name suggeriert, hart. Er ist Mitbegründer der "Freien Sachsen" und ihr Vize. Er organisierte Fackelmärsche gegen eine Asylbewerberunterkunft in Schneeberg und will nicht, dass die Stadt ein "multikultureller Schmelztiegel" wird.
Im ersten Wahlgang holte er die meisten Stimmen (29,0 %). Im zweiten muss er es am Sonntag mit Marcus Hoffmann (23,6 %) von der CDU aufnehmen, für den die Freie Wählervereinigung und die Linke eine Wahlempfehlung ausgesprochen haben.
Die Stimmung in der Stadt sei aufgeheizt und polarisiert, sagt Tony Neuß (Linke), der zugunsten von Hoffmann nicht mehr antritt. "Es ist überhaupt nicht abzuschätzen, wer das gewinnt."
Im rechtsextremen Spektrum und angrenzenden Milieus werde jetzt maximal mobilisiert, sagt der Politikwissenschaftler Benjamin Höhne von der TU Chemnitz. Wie die Wahl ausgeht, interessiert auch international. Vergangene Woche war die Neue Zürcher Zeitung vor Ort, diese Woche die New York Times.