Nahost-Konflikt: Trump schließt Deal aus, fordert bedingungslose Kapitulation

Iran - "Freiheit für das Volk" - das versprach US-Präsident Donald Trump (79) wenige Stunden nach Beginn des Angriffs auf den Iran.

Bewaffnete kurdische Freiwillige stehen während einer nächtlichen Patrouille an einem Kontrollpunkt Wache. (Archivbild)
Bewaffnete kurdische Freiwillige stehen während einer nächtlichen Patrouille an einem Kontrollpunkt Wache. (Archivbild)  © Baderkhan Ahmad/AP/dpa

Doch allein mit Luftangriffen dürfte es schwierig bis unmöglich sein, das Machtsystem der Führung in Teheran zu stürzen.

Rund eine Woche nach Kriegsbeginn gibt es nun - teils widersprüchliche - Hinweise, dass es auch eine Bodenoffensive geben könnte.

Diese soll womöglich von kurdischen Kämpfern aus dem benachbarten Irak angeführt werden, unterstützt von den Kriegsparteien USA und Israel.

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6. März, 15.22 Uhr: Kurdische Kämpfer im Irak melden iranische Angriffe auf ihre Stellungen

Am siebten Tag des Iran-Krieges hat der Iran nach kurdischen Angaben erneut Stellungen der iranisch-kurdischen Opposition im Nordirak angegriffen.

"Unsere Stellungen werden vom iranischen Feind angegriffen", sagte ein Vertreter der Demokratischen Partei Iranisch-Kurdistans (PDKI) am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. "Nach einem Angriff heute Morgen wurden unsere Stützpunkte vor 20 Minuten erneut mit sechs Drohnen attackiert", führte er aus. Der Angriff dauere an.

6. März, 15.19 Uhr: Trump schließt Deal aus, fordert bedingungslose Kapitulation

Im Krieg mit dem Iran will US-Präsident Donald Trump (79) nach eigener Darstellung kein Abkommen mit dem Land abschließen.

Stattdessen müsse es auf eine "bedingungslose Kapitulation" hinauslaufen, forderte er auf seiner Plattform Truth Social.

US-Präsident Donald Trump (79) will immer mehr.
US-Präsident Donald Trump (79) will immer mehr.  © Molly Riley/White House/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

6. März, 15.03 Uhr: Angriff auf Chameneis unterirdischen Bunker

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge den unterirdischen Militärbunker des getöteten Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei angegriffen und zerstört.

Der unterirdische Komplex befinde sich unter iranischen Regierungsgebäuden im Zentrum der Hauptstadt Teheran, teilte das israelische Militär mit. Die Zerstörung des Bunkers sei ein weiterer Schlag für die iranische Führung, erklärte der Armeesprecher Effie Defrin.

6. März, 14.47 Uhr: Merz warnt vor Folgen durch dauerhaften Krieg im Iran

Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat vor unkontrollierbaren Folgen durch eine lange Kriegsdauer im Iran gewarnt.

"Eine dauerhafte Fortführung dieses Krieges wäre nicht in unserem Interesse. Gleiches gilt auch für den möglichen Zusammenbruch der iranischen Staatlichkeit oder auf dem iranischen Boden ausgetragener Stellvertreterkonflikte", sagte der CDU-Chef bei seinem Besuch auf der Handwerksmesse in München. Solche Szenarien könnten weitreichende Folgen für Europa haben, unter anderem auch für die Sicherheit, für die Energieversorgung und für die Migration.

Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) will keinen langen Iran-Krieg.
Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) will keinen langen Iran-Krieg.  © Peter Kneffel/dpa

6. März, 12.55 Uhr: Iran meldet Angriff auf Öltanker "in US-Besitz" vor Kuwait

Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge einen Öltanker angegriffen.

Das Schiff "in US-Besitz" sei vor der Küste Kuwaits attackiert worden und stehe in Flammen, berichtete der staatliche Rundfunk unter Berufung auf das zentrale Hauptquartier "Chatam Al-Anbija", das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt.

Außerdem seien wieder Ziele in Israel und US-Stellungen in den Golfstaaten mit fortschrittlichen Raketen angegriffen worden, hieß es in einem Bericht des Rundfunks. Dabei sei auch die Rakete vom Typ "Chorramshahr 4" mit einem Zwei-Tonnen-Gefechtskopf zum Einsatz gekommen.

Seit einer Woche herrscht Krieg im Nahen und Mittleren Osten. Ein Ende ist nicht in Sicht. (Archivbild)
Seit einer Woche herrscht Krieg im Nahen und Mittleren Osten. Ein Ende ist nicht in Sicht. (Archivbild)  © Mc3 J. Alexander Delgado / Us Na/dpa

6. März, 12.53 Uhr: Neue israelische Angriffe auf Vorstädte Beiruts

Die südlichen Vorstädte Beiruts sind am Vormittag zum Ziel erneuter israelischer Angriffe geworden. Auch aus dem Libanon flogen wieder Raketen in Richtung Israel.

Bei einem israelischen Angriff auf ein Wohnhaus in der libanesischen Küstenstadt Sidon kamen nach Angaben von Behörden im Libanon fünf Menschen ums Leben, sieben weitere wurden demnach verletzt. Bei einem der Toten soll es sich nach Angaben von Sicherheitskreisen um ein Hamas-Mitglied gehandelt haben.

Sicherheitsbeamte überprüfen die Schäden an einem Gebäude in der südlichen Hafenstadt Sidon, das von einem israelischen Luftangriff getroffen wurde.
Sicherheitsbeamte überprüfen die Schäden an einem Gebäude in der südlichen Hafenstadt Sidon, das von einem israelischen Luftangriff getroffen wurde.  © Mohammed Zaatari/AP/dpa

6. März, 11.48 Uhr: Lufthansa hat Linienflug nach Riad abgebrochen

Die Lufthansa hat einen geplanten Linienflug aus der saudischen Hauptstadt Riad kurzfristig abgesagt.

Der Kapitän habe in Rücksprache mit der Zentrale entschieden, nach Kairo abzudrehen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in Frankfurt. "Sicherheit geht vor."

Das Flugzeug werde auch nicht nach Riad weiterfliegen, sagte Spohr weiter. Derartige Situationen werde man in den kommenden Wochen noch häufiger sehen. Hintergrund ist die angespannte Sicherheitslage in der Region.

Ein Lufthansa-Flug sollte Deutsche aus Riad evakuieren. Doch der Kapitän dreht auf halber Strecke nach Kairo ab.
Ein Lufthansa-Flug sollte Deutsche aus Riad evakuieren. Doch der Kapitän dreht auf halber Strecke nach Kairo ab.  © Hannes P. Albert/dpa

6. März, 11.01 Uhr: Schätzung - US-Angriff auf Iran kostet jetzt schon Milliarden

Der Militäreinsatz "Gewaltiger Zorn" der USA mit Luftangriffen auf den Iran hat allein in den ersten 100 Stunden nach unterschiedlichen Schätzungen bereits mehrere Milliarden Dollar gekostet.

So geht das Institut Center for Strategic and International Studies (CSIS) mit Sitz in Washington von 3,7 Milliarden Dollar (knapp 3,2 Milliarden Euro) in den ersten vier Tagen aus.

Die Zeitung "Wall Street Journal" schreibt am Freitag von fast 11 Milliarden Dollar in den ersten vier Tagen und beruft sich dabei auf Elaine McCusker, die in der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump im Pentagon für den Verteidigungsetat zuständig war.

Diese Kosten umfassen dem Zeitungsbericht zufolge auch die Stationierung von mehr als zwölf Schiffen und 100 Flugzeugen im Nahen Osten seit Dezember.

6. März, 10.43 Uhr: Internet im Iran weiterhin gesperrt

Die Bevölkerung im Iran ist am siebten Kriegstag weitgehend vom internationalen Internetzugang abgeschnitten.

Die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks sprach am Freitag von nur einem Prozent Konnektivität. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten ebenfalls einen vollständigen Einbruch des Internetverkehrs.

Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats im Iran nutzt das Internet unterdessen weiter ohne Einschränkungen. Seit Jahren verfügt ein privilegierter Kreis über sogenannte "weiße SIM-Karten", die ermöglichen, ohne Sperren und Restriktionen online zu gehen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X, die eigentlich gesperrt sind.

6. März, 10.07 Uhr: Mehr als 1600 Verletzte laut Israel wegen Iran-Krieg

Seit Beginn des Iran-Kriegs sind laut Israels Gesundheitsministerium im Land mehr als 1600 Verletzte in Krankenhäusern behandelt worden.

Berichten zufolge sind darunter neben durch Raketenangriffe Verletzte auch viele Menschen, die sich auf dem Weg in Schutzräume verletzt haben. Zudem werden demnach auch Personen gezählt, die wegen Angstzuständen, ausgelöst durch die Angriffe, behandelt wurden.

In den vergangenen 24 Stunden seien nach Raketenbeschuss 140 Menschen in Kliniken eingeliefert worden, darunter eine schwer verletzte Person, teilte das Gesundheitsministerium weiter mit.

Insgesamt wurden in Israel im Zuge des Kriegs bislang elf Menschen getötet. Im Iran sollen seit Samstag bereits mehr als 1200 Menschen ums Leben gekommen sein, wie iranische Medien unter Berufung auf eine staatliche Stiftung berichteten. Auch in den Golfstaaten gab es bei iranischen Angriffen bereits mehrere Tote.

Rauch steigt auf von einem früheren israelischen Luftangriff in den als Dahija bekannten Vororten Beiruts.
Rauch steigt auf von einem früheren israelischen Luftangriff in den als Dahija bekannten Vororten Beiruts.  © Hussein Malla/AP/dpa

6. März, 10.07 Uhr: Universitäten im Iran stellen Betrieb ein

Im Iran sind die Universitäten wegen des Kriegs bis auf weiteres geschlossen worden.

Der Betrieb sei vollständig eingestellt worden, berichtete das Onlineportal "Eslahat-News", das der Reformbewegung nahesteht, unter Berufung auf das Wissenschaftsministerium. Weder Unterricht in Präsenz noch Online-Lehre werde stattfinden, hieß es.

Titelfoto: Molly Riley/White House/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

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