Experten in Sorge: Sachsen trocknet immer mehr aus!

Dresden - Trocken, trockener, Sachsen: Der Freistaat leidet unter Wassermangel. 2025 geht erneut als trockener Jahrgang in die Geschichtsbücher ein und als Jahr der Gegensätze.

Trockenheit und Dürren machen der Landwirtschaft zu schaffen. Man setzt auf Bewässerung und pfluglose Bodenbearbeitung, damit wertvoller Mutterboden nicht als Staub verloren geht.
Trockenheit und Dürren machen der Landwirtschaft zu schaffen. Man setzt auf Bewässerung und pfluglose Bodenbearbeitung, damit wertvoller Mutterboden nicht als Staub verloren geht.  © DPA

Im Januar, Juli, Oktober und September gab es zum Teil deutlich mehr Niederschlag als üblich. Schuld daran waren vor allem Starkregenereignisse. Klassischen Landregen, wie viele ihn noch in Erinnerung haben, gibt es dagegen immer seltener. Im Rest des Jahres herrschte viel "Dürre" - vor allem der Dezember war viel, viel zu trocken.

Vergleicht man nun die Niederschlagsmenge des gesamten Jahres mit dem Referenzzeitraum von 1960 bis 1991, so ging die Niederschlagsmenge 2026 um 19 Prozent zurück. Zur Veranschaulichung: Das entspricht etwa einer Menge von 130 Litern pro Quadratmeter.

Das Nass von oben fehlt "unten". Zum zwölften Mal in Folge lagen die Grundwasserstände unter dem vieljährigen Mittel. "Das Grundwasser ist unter Druck. Uns fehlen vor allem die Winterniederschläge", berichtet der Wasserexperte Andy Philipp vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Handy-Verbot für ältere Schüler in Sachsen rückt näher
Sachsen Handy-Verbot für ältere Schüler in Sachsen rückt näher

Winterniederschläge (als Regen oder Schnee) sind enorm bedeutsam für die Neubildung von Grundwasser. Ihr Ausbleiben in den vergangenen Jahren ist stark für das aktuelle Defizit verantwortlich. Besserung ist nicht in Sicht: Die anhaltende Trockenheit in diesem Winter wird die Lage wahrscheinlich sogar noch verschärfen.

Das wiederum hat Folgen für Talsperren und Flüsse. In Flüssen und Bächen lagen die Durchflüsse 2026 nur bei 30 bis 70 Prozent des jährlichen Mittelwertes.

Die Elbe leidet immer häufiger unter niedrigen Wasserständen. Das ist ein Problem - für Mensch und Natur.
Die Elbe leidet immer häufiger unter niedrigen Wasserständen. Das ist ein Problem - für Mensch und Natur.  © DPA
Dein tägliches News-Update

Jetzt kostenlos für den News-des-Tages-Newsletter anmelden!

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich. Bitte bestätige die E-Mail, die wir dir gesendet haben.

Tiere und Pflanzen leiden unter Wassermangel

Experten für Wetter und Klima: Florian Kerl, Daniel Hertel (beide vom Umwelt-Landesamt) und Falk Böttger (v.l.) vom Deutschen Wetterdienst.
Experten für Wetter und Klima: Florian Kerl, Daniel Hertel (beide vom Umwelt-Landesamt) und Falk Böttger (v.l.) vom Deutschen Wetterdienst.  © Petra Hornig

Mit Blick auf die Fließgewässer gehörte 2025 zu den trockensten der vergangenen zehn Jahre. Immer mehr Fließgewässer fallen immer häufiger zeit- und abschnittsweise trocken.

Vielerorts reichten die Zuflüsse im Winter nicht aus, um die Stauziele in den Talsperren zu erreichen. Andy Philipp: "Die Niederschlagsverteilung über das Jahr gesehen wird zunehmend ungleichmäßig."

Unter dem Wassermangel leiden die Landwirtschaft und die Tier- und Pflanzenwelt. Beispiel Bekassine: Der Brutvogel liebt feuchte Biotope. Weil diese immer rarer werden, ist die Bekassine in Sachsen vom Aussterben bedroht.

Titelfoto: Fotomontage (2): dpa

Mehr zum Thema Sachsen: