Fast verdoppelt: Demenz lässt Pflege-Zahlen steigen

Dresden - Die Zahl der Pflegebedürftigen in Sachsen ist innerhalb von sieben Jahren um fast das Doppelte gestiegen. Ursache dafür ist nicht die Überalterung, sondern ein Gesetz. Und die Demenz.

In Sachsen ist die Zahl der Pflegefälle - auch wegen Demenz - stärker gestiegen als im Bundesschnitt.  © picture alliance/dpa

Gab es im Freistaat 2017 noch rund 183.300 Pflegebedürftige, waren es 2024 bereits 341.500 Menschen, die Pflege benötigten. Das geht aus dem Pflegeatlas 2025 der Krankenkasse Barmer hervor.

Die Pflegequote stieg damit von 4,5 Prozent (Deutschland: 3,3 %) auf 8,4 Prozent (6,7 %). Sachsen liegt damit klar über dem Bundesschnitt.

"Nur 15 Prozent sind altersbedingt", sagte Barmer-Landesgeschäftsführerin Claudia Beutmann (39).

Sachsen Sachsen jetzt als Edel-Schuldner eingestuft

Schuld an dem rasanten Anstieg ist vielmehr das Pflegestärkungsgesetz II. Das nämlich definierte 2017 Pflegebedürftigkeit neu und berücksichtigte erstmals auch demente Personen.

Positiv wertete Beutmann eine andere Zahl: Während in der Industrie immer öfter Entlassungen zu verzeichnen sind, registrierte das Gesundheits‑ und Sozialwesen in Sachsen 2025 rund 6000 neue Stellen.

Anzeige

Handlungsbedarf sieht sie unter anderem bei der Finanzierung der Ausbildung von Pflegenden. Die werden von den Sozialträgern und den zu Pflegenden selbst getragen (steigende Pflegeanteile).

Das müssten als Teil der Daseinsvorsorge künftig Bund und Länder übernehmen, forderte Beutmann.

Mehr zum Thema Sachsen: