Festung Königstein macht alte Kaserne wieder schick

Königstein - Ein Mammutprojekt mit Geschichte: Auf der Festung Königstein wächst aus jahrhundertealten Mauern ein neues Besuchererlebnis. Die Alte Kaserne, 1589 erbaut und damit die älteste noch erhaltene Kaserne Deutschlands, wird seit 2024 grundlegend saniert - jetzt hat der Innenausbau begonnen. Wenn alles nach Plan läuft, soll Mitte 2028 eröffnet werden.

Die Festung Königstein im Winterkleid - einfach malerisch schön!  © Marko Förster

Zwei Jahre lang wurde zunächst das über 100 Meter lange Dach komplett erneuert. Balken wurden ausgetauscht, die Konstruktion stabilisiert. Seit einigen Wochen läuft nun der Innenausbau.

Entstehen soll ein neuer Ausstellungsbereich mit Soldatenwohnungen aus dem späten 16. Jahrhundert. "Wir wollen plastisch machen, wie diese Wohnungen ausgesehen haben", sagt Festungs-Chef André Thieme (56).

Zwei Wohnungen werden detailgetreu nachgebaut und durch virtuelle Elemente ergänzt.

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Ein besonderes Highlight wird die Feldscher-Wohnung. Der Wundarzt der Soldaten war zugleich Bader, Friseur und oft auch Alchemist. "Seine Wohnung war besonders ausgestattet und soll ein echtes Highlight werden", so Thieme. So möchte die Festung erstmals zeigen, wie Soldaten und ihre Familien auf dem Königstein lebten.

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Die alte Kaserne von außen.  © Marko Förster
Nicht, dass hier noch einer drüberpinselt ...  © Marko Förster
Noch kann man die Pracht, die hier wieder neu entstehen soll, nur erahnen.  © Marko Förster
Der Museums-Verantwortliche Dr. Markus Bitterlein freut sich schon auf die restaurierten Räume.  © Marko Förster

Ausstellung besticht mit Audioguide in vier verschiedenen Sprachen

Festungs-Geschäftsführer Dr. André Thieme (v.l.), Dr. Markus Bitterlich und Kai-Uwe Beger vom SIB inspizieren die Baustelle.  © Marko Förster

Parallel treibt die Festung das Thema Inklusion voran. Ein Audioguide in leichter Sprache - auch auf Polnisch, Tschechisch und Englisch - ist bereits etabliert, 14 Stationen sind in Deutscher Gebärdensprache (DGS) verfügbar.

"Das Angebot wird sehr gut angenommen", bilanziert Thieme. Auch deshalb soll unter anderem der Videoguide erweitert werden.

Zudem absolvieren Mitarbeitende der Festung ab diesem Jahr Fortbildungen in den Grundlagen der DGS. Weitere Angebote, darunter ein Blinden-Audioguide, sind geplant.

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