Dresden - Immer weniger in Sachsen ausgebildete Lehrer treten ihren Job auch in Sachsen an. Das geht aus vorläufigen Einstellungszahlen hervor, die TAG24 vorliegen.
Waren es zum selben Zeitpunkt im letzten Jahr noch 80, 2023 sogar 90 Prozent, unterschrieben bislang nur 71 Prozent am Hofe Conrad Clemens' (43, CDU). Der Kultusminister lädt nun zum Krisengipfel.
Ein Grund: Im aktuellen Verfahren wurde die Anzahl der Lehrerstellen in den Regionen nicht nur nach Anzahl der Schüler (insgesamt knapp 530.000) bemessen, sondern auch nach Grad der Unterrichtsversorgung.
Heißt: Da, wo am meisten Lehrer fehlen, sollten am meisten Lehrer eingesetzt werden.
Das Problem: Die meisten Lehrer werden in Leipzig und Dresden ausgebildet. Wer Gymnasiallehrer wird, studiert dort mindestens sieben Jahre. Und richtet sich ein Leben ein.
So sind aktuell auch alle Stellen im Raum Leipzig besetzt.
Mit Gesprächen will man Absolventen für Schulen auf dem Land gewinnen
Landkreise wie Görlitz und Bautzen haben es schwerer: Hier ist jede zweite offen. Und so hagelt es Absagen: Leipziger Absolventen pendeln wohl lieber in umliegende Bundesländer, als nach Görlitz zu ziehen.
"Es ist für junge Menschen ein schwerer Schritt, nach dem Studium die gewohnte Umgebung zu verlassen und sich auf etwas Neues einzulassen. Aber Lehrkräfte werden eben nicht nur in den großen Städten gebraucht", so Clemens zu TAG24.
"Wir suchen das Gespräch mit den Absolventen, um sie für Schulen im ländlichen Raum zu gewinnen." Diese stehen nach den Winterferien an.