Frischekur für eine Hundertjährige: Glashüttes alte Dame tickt wieder richtig

Glashütte - Diese alte Dame tickt wieder richtig! Nach aufwendiger, neunmonatiger Revision wurde am Donnerstag die "Astronomische Kunstuhr" im Deutschen Uhrenmuseum Glashütte von Uhrmachermeister und Sammlungsleiter Jürgen Franke (55) wieder in Gang gesetzt.

Sammlungsleiter Jürgen Franke (55) erklärt die Anzeigen der Astronomischen Kunstuhr.
Sammlungsleiter Jürgen Franke (55) erklärt die Anzeigen der Astronomischen Kunstuhr.  © Holm Helis

Die außergewöhnliche wie kostbare Uhr im Museumsfoyer feiert in diesem Jahr 100. Geburtstag.

"33 Jahre hat Hermann Goertz an dieser Uhr gebaut. Am 17. Oktober 1925 verkündete er die Fertigstellung", weiß Franke. Goertz begann 1892 mit dem Bau seiner Kunstuhr in Berdjansk (Ukraine), nach dem Ersten Weltkrieg kam er nach Glashütte und meldete sich 1918 mit 56 Jahren als ältester Schüler aller Zeiten an der Uhrmacherschule an.

Seine "Astronomische Kunstuhr" zeigt Zeit, Datum, Jahr, Wochentag, Mondphasen, Sternen- und Sonnenzeit an - und auch, wann in Glashütte die Sonne auf- und untergeht.

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"Sie ist also an den Standort gebunden und das hat vielleicht auch verhindert, dass sie nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung in die Sowjetunion verschwand. Dass sie heute noch in Glashütte ist, ist ein großes Glück", so Franke.

Besucher wie auch Uhrmacher verfolgen interessiert die Ingangsetzung der Kunstuhr.
Besucher wie auch Uhrmacher verfolgen interessiert die Ingangsetzung der Kunstuhr.  © Holm Helis
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Museumsdirektor Ulf Molzahn (58) lädt in die neue Sonderausstellung ein.
Museumsdirektor Ulf Molzahn (58) lädt in die neue Sonderausstellung ein.  © Holm Helis

"Astronomische Kunstuhr" besteht aus 1756 Einzelteilen

Mit einer Kurbel und entsprechender Getriebeübersetzung ist das Aufziehen der Gewichte ein Kinderspiel.
Mit einer Kurbel und entsprechender Getriebeübersetzung ist das Aufziehen der Gewichte ein Kinderspiel.  © Holm Helis

Die Uhr besteht aus 1756 Einzelteilen, so aus 122 Rädern, 54 Hebeln und Federn, 411 Schrauben und 17 Zeigern. Das schwerste Teil ist mit 25 Kilo das Aufzuggewicht für das Schlagwerk.

Alle alten Räder wurden komplett durch neue ersetzt - Matthias Villing, Konstrukteur bei Glashütte Original, und Jürgen Franke arbeiteten neun Monate in der Museumswerkstatt an der Revision der Uhr, die ganz automatisch sogar Schaltjahre berücksichtigt.

Diesem Highlight der Uhrmacherkunst ist auch die neue Ausstellung "Zeitsprung - 100 Jahre Astronomische Kunstuhr" gewidmet.

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"Sie entführt die Gäste ins Jahr 1925 und zeigt, wie ohne digitale Hilfsmittel Uhren konstruiert und gefertigt wurden", lädt Museumsdirektor Ulf Molzahn (58) ein.

Titelfoto: Holm Helis

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