Für 17 Millionen Euro: Störmthaler Kanal bald wieder intakt?
Von Birgit Zimmermann
Markkleeberg - Seit fünf Jahren ist der Störmthaler Kanal im Leipziger Neuseenland mittlerweile gesperrt. Eine Machbarkeitsstudie zeigt nun, die Sanierung ist möglich – für rund 17 Millionen Euro netto. So das Fazit von Henry Graichen, dem Sprecher der Steuerungsgruppe Neuseenland und Leipziger Landrat.
Ob das allerdings die Rettung für die Gewässerverbindung zwischen dem Störmthaler und dem Markkleeberger See südlich von Leipzig bedeutet, ist offen. Der Bergbausanierer LMBV weist darauf hin, dass das Papier auf einem alten Sachstand von 2024 beruhe und eine neue Risikobewertung nötig sei.
Die Machbarkeitsstudie sei im März an die Mitglieder der Steuerungsgruppe Neuseenland verteilt worden, schreibt die LMBV auf ihrer Internetseite. Das Gremium koordiniert die Gewässerentwicklung in der ehemaligen Braunkohle-Tagebaulandschaft des Mitteldeutschen Reviers.
"Die Studie basiert auf dem Sachstand, wie er zum Zeitpunkt der Beauftragung (07/2024) bekannt war. Die Ergebnisse können somit nicht den aktuellsten Sachstand widerspiegeln", schrieb die LBMV.
In der Zwischenzeit mussten an dem Kanal und der dazugehörigen Schleuse zusätzliche Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ergriffen werden. Dadurch hätten sich wesentliche Einschätzungen verändert.
Region hofft auf Wiederherstellung des Kanals
Die Neubewertung der Risiko-Gefahrenlage werde derzeit von den Fachleuten beim Oberbergamt, der Landesdirektion und der LMBV geprüft. Erst danach könne die Machbarkeitsstudie "richtig eingeordnet werden", erklärte der Bergbausanierer.
Der Störmthaler Kanal war im März 2021 überraschend gesperrt worden, weil Risse in der Böschung festgestellt worden waren. Der 850 Meter lange Kanal mit einer Schleuse verbindet seit 2013 die beiden Bergbaufolgeseen Störmthaler und Markkleeberger See. Zudem führt eine Brücke der Autobahn 38 über den Kanal. Der Kanal führt über Kippengelände.
Landrat Graichen formuliert die "klare Erwartungshaltung, dass die festgestellte Machbarkeit zügig umgesetzt" und der Kanal saniert wird. Das sei die Aufgabe des Bergbausanierers.
Die touristischen Investitionen an den beiden Seen beruhten auf der Annahme, dass es eine Gewässerverbindung gebe. Aus seiner Sicht habe die bundeseigene LMBV allerdings zuletzt etwas den Blick für die Chancen der Regionalentwicklung in der ehemaligen Bergbauregion verloren und sich vornehmlich auf Sicherheitsaspekte konzentriert, sagte Graichen.
Titelfoto: Montage: Jan Woitas/dpa

