Für Hochwasser-Rückhaltebecken: Bahnbrücken in Sachsen werden abgerissen
Bobritzsch-Hilbersdorf - In Mittelsachsen entsteht im Flussgebiet der Freiberger Mulde ein neues, gesteuertes grünes Hochwasserrückhaltebecken. Dafür werden nun zwei alte Eisenbahnbrücken zurückgebaut.
Die Demontage der beiden Brücken in Oberbobritzsch begann laut Landestalsperrenverwaltung (LTV) am heutigen Donnerstag. Damit startete auch der Rückbauch des restlichen Bahndamms der ehemaligen Schmalspurbahn Klingenberg-Colmnitz-Frauenstein. Die Strecke wurde schon in den 1970ern stillgelegt. Der alte Bahndamm querte die künftige Dammfläche des Hochwasserrückhaltebeckens sowie dessen Einsatzbereich.
"Die beiden Brücken führten über den Holzbach und die Bobritzsch", so eine Sprecherin der LTV.
Wenn die aktuellen Arbeiten abgeschlossen sind, kann die temporäre Baustraße, die bis zur Hauptstraße führt, zurückgebaut und die Fläche begrünt werden. Ab Mai wird weiter an einer Umgehungsrinne für die Bobritzsch gearbeitet. Sie soll bis zum Sommer fertiggestellt sein.
Bis das Hochwasserrückhaltebecken einmal fertig ist, wird noch einige Zeit vergehen. "Bis Ende des Jahres sollen zudem die Ausführungsplanung und die europaweiten Ausschreibungen für den einzurichtenden Steinbruch erfolgen, sodass sich die Hauptbauleistungen ab Mitte 2027 anschließen können", teilte die LTV mit.
Die Bauarbeiten werden voraussichtlich vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen und insgesamt 63 Millionen Euro kosten. Die Planungen dafür laufen allerdings schon einige Jahre, da es Einsprüche gegen den Planfeststellungsbeschluss gab.
Alte Brücke kommt an neuen Standort
Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind und das Becken, in das rund 4,9 Millionen Kubikmeter Wasser passen sollen, einsatzbereit ist, soll sich der Hochwasserschutz für anliegenden Gemeinden bis nach Döbeln verbessern
Übrigens, ganz verloren sind die historischen Brücken nicht. Während eine Brücke zerlegt und recycelt wird, wurde die Einfeldbrücke über die Bobritzsch dem Förderverein Westsächsische Historische Eisenbahnen e.V. übergeben.
Sie soll aufgearbeitet werden und später in Schönheide zum Einsatz kommen, als Ersatz für eine in den 1980er Jahren abgerissene Brücke.
Titelfoto: Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Fotograf Robert Lohse
