Gegen die Dauer-Nascher! Jetzt kosten Erdbeerfelder Eintritt

Chemnitz/Dresden - Zwei in den Korb, eine in den Mund ... Die Tage werden länger und damit rufen auch Sachsens Selbstpfückfelder wieder zahlreiche Erdbeer-Liebhaber auf den Acker. Doch nur futtern ohne kaufen ist bei einigen Bauern tabu. Sie verlangen Eintritt ins Erdbeerfeld.

Am Eingang der Erdbeerplantage von Familie Funck weist nun ein Schild auf die neuen Regeln beim Betreten des Feldes hin, erklärt Verkäufer Mario Thiele (47).  © Ralph Kunz

So müssen Selbstpflücker auf dem Feld der Familie Funck in Chemnitz-Altenhain nun 5 Euro Eintritt pro Person zahlen. "Die Familien machen hier Picknick, verbringen viel Zeit auf den Feldern und kommen mit nur wenigen Erdbeeren zurück", berichtet Plantagen-Chef Harald Funck (60).

Für ihn ein Hinweis, dass viele Früchte einfach direkt auf dem Feld vernascht werden.

Gezahlt wird am Eingang. Nach dem Pflücken wird der Betrag dann an der Kasse mit dem Kilopreis verrechnet.

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Ob Funck die Regelung auch auf seinen restlichen von insgesamt 50 Hektar Feldern in ganz Sachsen durchdrücken wird, weiß er noch nicht: "Wir probieren das erstmal nur hier aus."

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Harald Funck (60) zeigt die begehrten Erdbeeren.  © Kristin Schmidt
In Chemnitz-Altenhain müssen Selbstpflücker auf der Plantage nun Eintritt zahlen.  © Ralph Kunz

"Pflückpauschale" auch in Moritzburg

Der Spargelhof Ponickau verlangt schon seit Jahren auf seinen Feldern, wie auch auf der Erlebnisplantage Moritzburg, eine "Pflückpauschale".  © Steffen Füssel

Auch auf der Erlebnisplantage Moritzburg vom Spargelhof Ponickau wird eine sogenannte "Pflückpauschale" in Höhe von 5 Euro verlangt.

"Jeder ab vier Jahren muss zahlen", erklärt Hof-Chefin Elizabeth Steinborn (34). Hier wird der Betrag ebenfalls an der Kasse mit der gepflückten Ware verbucht. "Wenn man weniger pflückt, bekommt man die Differenz auch nicht wieder."

Denn auch für sie waren die Dauer-Nascher nicht mehr tragbar: "Zugezogene Großfamilien halten sich hier stundenlang auf. Sie wissen also unsere Arbeit nicht zu schätzen."

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Seit diesem Entschluss hat sich die Situation auf den Feldern verbessert. Von vielen Selbstpflückern bekommt Chefin Steinborn sogar Zuspruch. "Wir arbeiten ja sonst für Nichts."

Dresdner Obstbauer bleibt sonntags geschlossen

Pillnitzer Erdbeerplantagen-Chef Robert Rüdiger (42) verlangt von den Pflückern bisher keinen Eintritt.  © Eric Münch

Einer, der sich bisher gegen Eintritt entscheidet, ist Obstbauer Robert Rüdiger (42) aus Dresden: "Die 'Fresser' sind ja meistens die Gleichen und die kamen häufig sonntags. Also haben wir in diesem Jahr sonntags einfach zugemacht."

Trotzdem spielt er mit dem Gedanken, in Zukunft eine Gebühr einzuführen: "Manche Großfamilien sitzen Stunden in den Feldern und kommen dann mit total rotem Gesicht und nur einem Körbchen raus."

Doch gerade die "ehrlichen Leute, die jeden Tag ihre Schale pflücken, würde ich damit ja bestrafen ..."

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