Bilanz der Polizei: So lief die CSD-Party in Görlitz

Von Marek Majewsky

Görlitz - Mehr als 750 Menschen haben am Samstag in Görlitz beim Christopher Street Day (CSD) für die Rechte queerer Menschen demonstriert. Die Polizei zog eine positive Bilanz. Der Tag sei durchweg friedlich verlaufen, teilte die Polizeidirektion Görlitz mit. Ausschreitungen oder körperliche Auseinandersetzungen habe es nicht gegeben.

Teilnehmer ziehen mit einer überdiemensionalen Regenbogenfahne beim 4. Christopher Street Day (CSD) durch die Stadt.  © Danilo Dittrich/DPA

Unter anderem trat bei der Veranstaltung der Musiker Danger Dan (43) auf. Auf seinem neuen Album "Keine Angst", das am 2. Oktober erscheint, singt er unter anderem über die Beziehung zu seinem Ex-Freund. Er spielte den Song "Warum es nicht geklappt hat" nach eigenen Angaben erstmals öffentlich. 

Die darin thematisierte Beziehung habe er - verglichen mit seinen heterosexuellen Beziehungen - nie wirklich gleichwertig behandelt, sagte der Musiker.

Er habe seinem Ex-Freund ein Liebeslied geschuldet. "Wenn man so will, ist es mein rückwirkendes Coming-out gerade", sagte er bei der Veranstaltung.

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Angesichts von Bedrohungen queerer Veranstaltungen durch Islamisten und Nazis sei nun der richtige Zeitpunkt für ein schwules Liebeslied: "Ich solidarisiere mich nicht nur mit euch, sondern ich bin einer von euch", sagte er dem "Tagesspiegel". 

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Danger Dan (43) war auch beim CSD in Görlitz. (Archivbild)  © Bernd Wüstneck/dpa

Gegendemo mit rund 65 Personen

Zu einer Gegendemonstration kamen den Angaben zufolge etwa 65 Menschen. Die Beamten stellten dort sieben Verstöße gegen das Vermummungsverbot fest. Außerdem ermittelt die Polizei gegen einen Menschen wegen Volksverhetzung.

Beim CSD-Aufzug wurden den Angaben zufolge drei Verstöße gegen das Vermummungsverbot registriert. In einem Fall erstatteten die Beamten Anzeige wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung.

Neben der Görlitzer Polizei waren die Bereitschaftspolizei, die Polizeidirektion Chemnitz und die Bundespolizei im Einsatz.

Die Bundespolizei trennte am Bahnhof die Lager bei An- und Abreise. Auf polnischer Seite unterstützten polnische Polizeikräfte den Einsatz.

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