Hohe Spritpreise: Erste Fälle von Diesel-Klau in Sachsen

Görlitz - Umso teurer der Sprit, desto größer die Versuchung: In den vergangenen Tagen meldete die Polizei in Sachsen immer wieder Dieseldiebstähle, aber auch ein anderer Versuch, billig an Treibstoff zu kommen, führte zu Ärger.

In den vergangenen Tagen wurde öfter illegal Diesel abgezapft. (Symbolfoto)
In den vergangenen Tagen wurde öfter illegal Diesel abgezapft. (Symbolfoto)  © imagebroker/Imago

Der Sparfaktor war einfach zu hoch: Gegen 19.25 Uhr zog die Bundespolizei am Montag an der polnischen Grenze in Zittau zwei Türken (34, 35) aus dem Verkehr.

Aufgrund der Ausrüstung und schmutziger Kleidung konnten die beiden nicht leugnen, auf einer deutschen Baustelle gearbeitet zu haben. Nur hatte keiner der beiden eine Arbeitserlaubnis, nun haben sie für den Tankausflug ein Verfahren am Hals.

Andere wiederum organisieren sich den Diesel gleich komplett, ohne zu zahlen: Im Steinbruch in der Höckendorfer Straße in Königsbrück zapften sich Diebe bis zu 450 Liter Kraftstoff aus einem dort abgestellten Bagger.

Räuchermann aus "Bauer sucht Frau" geht jetzt in Serie
Erzgebirge Räuchermann aus "Bauer sucht Frau" geht jetzt in Serie

Der Schaden liegt bei rund 900 Euro. Ähnliches Bild in Bergen (bei Hoyerswerda): In der Alten Berliner Straße brachen Diesel-Diebe die Tanks zweier Bagger auf, zapften anschließend 350 Liter ab.

Sind diese rund 800 Euro wert, blieb noch ein Sachschaden von 300 Euro zurück.

Der Transporter der beiden Türken (34, 35) zeigt, dass beide dienstlich unterwegs waren.
Der Transporter der beiden Türken (34, 35) zeigt, dass beide dienstlich unterwegs waren.  © Bundespolizei

Diesel-Klau jetzt immer öfter?

Noch kann die Polizei allerdings keine Häufung feststellen: "Im Vergleich zum Vorjahr sehen wir keine Steigerung", sagt Sprecherin Anja Leuschner (36). "Derzeit gibt es auch keine örtlichen Schwerpunkte."

Jedoch ist der Beginn des Iran-Kriegs und damit der Beginn der Preissteigerung erst einen Monat her. Auch bei Kriminellen dauert es manchmal, bis sie sich an die neue Lage angepasst haben.

Titelfoto: imagebroker/Imago

Mehr zum Thema Görlitz: