Dresden - Dieser Wechsel lief gefährlich ab! Nach "Elli" schob Tief "Gunda" warme Luft nach Sachsen. Doch diese war auch feucht und brachte Nieselregen mit sich. Das Blitzeis sorgte am Dienstag für Unfälle, volle Notaufnahmen und Startschwierigkeiten im Berufsverkehr.
Gegen 2 Uhr machte sich der Winterdienst in Dresden mit 42 Fahrzeugen an die Arbeit, schon seit der Nacht herrschte auf den Straßen der Landeshauptstadt gefährliche Glätte. Nicht nur dort: 40 Unfälle zählte die Polizeidirektion Görlitz in den ersten zwölf Stunden des Dienstags.
So wollte ein Lasterfahrer (44) kurz vor dem Ortseingang Lieske drei Autos überholen. Auf der glatten Straße stellte sich jedoch sein Aufleger quer, krachte in einen entgegenkommenden Hyundai. Dessen Fahrer (54) wurde dabei glücklicherweise nur leicht verletzt, der Schaden liegt bei 25.000 Euro.
Im Direktionsbereich Dresden zählte die Polizei allein bis 10 Uhr 68 Unfälle, fast so viele, wie es sonst an einem ganzen Tag gibt.
So kam ein Volkswagen Caravelle auf der A17 in Höhe Bahretal nach einem Überholmanöver von der Fahrbahn ab, der Fahrer (33) und sechs weitere Insassen mussten teils schwer verletzt ins Krankenhaus. Einige Stunden später kam von derselben Autobahn ein Sattelzug ab, der Fahrer (39) wurde hier jedoch nur leicht verletzt.
Dresdner Uniklinikum organisiert zusätzliches Personal
Die Folgen der Unfälle und Stürze zeigten sich in den Krankenhäusern: Bis zum Mittag landeten in der Notaufnahme des Dresdner Uniklinikums 50 Patienten, viele mit Knochenbrüchen.
Um die Situation bewältigen zu können, wurde zusätzliches Personal organisiert, sagte Notaufnahme-Leiter Konrad Kamin. "In den frühen Morgenstunden führten vor allem Verkehrsunfälle zu einem hohen Patientenaufkommen. Im Verlauf des Vormittags kamen dann überwiegend Gehwegunfälle von Passanten hinzu."
Aber nach diesem Kaltstart ist Entspannung angesagt. "Es geht jetzt erst mal mit frostfreien Nächten weiter", sagt Jens Oehmichen (57) vom Deutschen Wetterdienst.
"Wo noch etwas Kälte im Boden steckt, kann es am Mittwochmorgen vielleicht noch vereinzelt überfrieren", so Oehmichen weiter.
Doch in den nächsten Tagen steigt die Frostgrenze - "Gunda" sei Dank - auf 1000 Meter.