Verheerende Vogelgrippe: Halbe Million Nutztiere getötet
Dresden - Vogelgrippe, Afrikanische Schweinepest, Blauzungenkrankheit - Sachsen sieht sich durch Tierseuchen vor immer größere Herausforderungen gestellt.
"Globalisierung, Klimawandel und veränderte Rahmenbedingungen erhöhen das Risiko ihrer Ausbreitung", sagte am Dienstag Sozialministerin Petra Köpping (67, SPD).
Als zuständige Ministerin dränge sie darauf, dass sich Behörden, Wissenschaft und Tierhalter noch mehr und besser vernetzen und austauschen. Köpping hat dabei sowohl die Prävention im Blick als auch den Kampf gegen Tierseuchen.
Sie ist überzeugt: Nur so können Seuchen früh erkannt, bekämpft, Tierleid verhindert und die Zukunft der Tierhaltung gesichert werden. Der Schutz der Tiergesundheit besitzt zentrale Bedeutung für die Landwirtschaft, die Ernährungssicherheit und die Gesellschaft.
"Um diesen Risiken wirksam zu begegnen, müssen wir neue Wege in der Tierseuchenbekämpfung gehen", sagte Köpping. Sie schritt dabei selbst voran, als sie die Jägerschaft in die Schweinepest-Bekämpfung einbezog.
Der Erfolg könnte ihr recht geben. Nur Wild- und keine Hausschweine fielen der Seuche im Freistaat bislang zum Opfer. Sie gilt in Sachsen als so gut wie getilgt. Es gibt derzeit nur noch einen aktiven Fall, der am 5. Februar ausläuft. Köpping: "Dann wird Sachsen nach fünfeinhalb Jahren frei von Schweinepest sein."
Halbe Million Nutztiere wegen Vogelgrippe getötet
Seit 2020 hat Sachsen rund 60 Millionen Euro für die Bekämpfung aufbringen müssen. Die Unterstützung der EU über den Bund fiel mit weniger als einer Million Euro beklagenswert mager aus. Ausbrüche melden gegenwärtig aber Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen.
Die Auswirkungen der Vogelgrippe nennt Köpping "verheerend". Insgesamt musste man in Sachsen bisher über eine halbe Million Nutztiere (Puten, Gänse und Hühner) töten. "Die Verluste für die Tierhalter sind oft existenzbedrohend", so die Ministerin.
Titelfoto: Eric Münch
