Grüner Wasserstoff für Leuna: Zentrale Anlage im Saalekreis betriebsbereit
Von Daniel Josling
Bad Lauchstädt - Das Wasserstoff-Großprojekt im Energiepark Bad Lauchstädt (Saalekreis) hat einen weiteren wichtigen Schritt geschafft.
Eine zentrale Anlage, die den künftig produzierten grünen Wasserstoff für den Einsatz in der Industrie aufbereitet, ist nach erfolgreichen Sicherheitsprüfungen bereit für den schrittweisen Betrieb, wie der Energiepark mitteilte.
Die vom DBI - Gastechnologischen Institut Freiberg betriebene Gasaufbereitungsanlage reinigt den mit Windstrom erzeugten Wasserstoff, bevor er an Industriebetriebe geliefert wird. Denn schon kleinste Spuren von Feuchtigkeit oder anderen Stoffen können industrielle Prozesse stören. Der gereinigte Wasserstoff soll künftig über eine rund 25 Kilometer lange Leitung zur TotalEnergies-Raffinerie in Leuna transportiert werden.
Die Anlage sorge dafür, dass der Wasserstoff die für industrielle Anwendungen notwendige Qualität erreiche, sagte Hartmut Krause, Sprecher des Energieparks Bad Lauchstädt.
"Mit diesem Meilenstein rückt die industrielle grüne Wasserstoffproduktion im Zusammenspiel aller Prozessstufen ein weiteres Stück näher."
Weniger Energie für die Reinigung
Nach Angaben der Projektpartner erreicht der Wasserstoff nach der Reinigung einen Reinheitsgrad von 99,97 Prozent. Die Anlage arbeitet mit einer neuartigen Membrantechnologie, die weniger Energie benötigt als herkömmliche Verfahren.
Zunächst wird die Anlage mit Stickstoff in Betrieb genommen. Sobald der benachbarte Elektrolyseur kontinuierlich grünen Wasserstoff liefert, soll die Gasaufbereitung regulär anlaufen. Die erste Wasserstoffproduktion wird nach Angaben des Energieparks noch in diesem Jahr erwartet.
Im Energiepark Bad Lauchstädt wird erstmals die gesamte Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab erprobt - von der Erzeugung mit Windstrom über den Transport und die Speicherung bis zur Nutzung in der Industrie.
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