Radeburg - Wenn Sägespäne fliegen und Farbe funkelt, ist in Radeburg klar: Der Karneval steht vor der Tür. Noch bevor Konfetti die Straßen bedeckt, entstehen hinter verschlossenen Hallentoren wahre Kunstwerke auf Rädern.
Rund 20 Bauleute arbeiten daran, angeführt von Jens Meister, der seit rund 30 Jahren Teil der Gruppe ist. "Den Wagen fürs Prinzenpaar zu bauen, ist eine riesige Ehre", sagt er.
Entsprechend besonders fällt die Idee aus: Das Prinzenpaar soll über Radeburg schweben und sinnbildlich auf das närrische Treiben blicken. "Wer alles sehen will, muss schon nach Radeburg kommen", schmunzelt Meister.
Und mittendrin: Prinz Michael Klingner (40), der nicht nur repräsentiert, sondern auch selbst mit anpackt. "Der Präsident hat mich irgendwann gefragt, ob wir uns das vorstellen können", erzählt der Prinz.
"Ich hätte fast sofort zugesagt – musste dann aber doch erst meine Frau fragen", sagt er lachend.
Spaß an der Sache und leuchtende Kinderaugen sind das Schönste für die Karnevalisten
Gattin Claudia (40) war an Bord und die beiden wissen: "Es macht riesigen Spaß, eigentlich gibt es viel zu wenige Veranstaltungen. Wir machen das so gern."
Gebaut wird seit Wochen mit viel Detailarbeit. "Wir sind richtig zufrieden mit dem Wagen", sagt Prinz Michael. "Der Ballon schwebt über dem Haus – am Samstag sind nur noch Kleinigkeiten zu machen."
Ein kurzer Blick geht auch zur Gruppe "Goldärsche". 18 Leute arbeiten dort an einem Wagen, der einem Bienenstock gleicht – inklusive aufwendiger Kostüme mit rund 30.000 Einzelteilen. Im vergangenen Jahr landete die Gruppe auf Platz zwei der Jurywertung.
Doch für Gruppenmitglied Stefan Gneuß (35) zählt etwas anderes: "Das Schönste ist das Feedback an der Strecke – die Kinder, die Augen, das Staunen." Noch bleibt vieles geheim. Wer die Wagen sehen will, sollte am Sonntag um 14 Uhr beim närrischen Umzug durch Radeburg dabei sein.