Innovations-Kraftwerk Dresden-Reick: Das macht es so besonders

Dresden - Werden wir auch in Zukunft genug Strom und Wärme haben? Nach dem Atomausstieg und mit der geplanten Stilllegung der letzten Braunkohlekraftwerke 2038 ist das nicht nur eine Frage, die die Wirtschaft umtreibt. Ein Besuch in einem der "Maschinenräume der Energiewende".

Hinten die Wärmespeicher, vorn die PV-Anlage: Wirtschaftsminister Dirk Panter (51, SPD) im Gespräch mit Axel Cunow (46) vom SachsenEnergie-Vorstand.  © Holm Helis

Der Kraftwerksstandort Dresden-Reick. Betreiber SachsenEnergie spricht auch vom "Innovationskraftwerk". Links der alte Gasometer, heute Kulturort, rechts stehen hohe, schlanke, wie Silos aussehende Behälter.

"Unsere Wärmespeicher", erläutert Axel Pechstein (57). Er ist zuständig für die Kraftwerke bei SachsenEnergie. 40 der Speicher sind noch aus DDR-Zeiten, 20 wurden 2017/18 dazugebaut. Die Speicherkapazität ist mit 900 Megawattstunden beachtlich.

Die Energie, die dafür nötig ist, kommt aus einem herkömmlichen Heizkraftwerk, das überwiegend mit Erdgas funktioniert, aber auch aus einem modernen Gaskraftwerk, ein paar Schritte weiter.

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Acht Gasmotoren erzeugen 94 Megawatt Strom und 84 Megawatt Wärme. Im Prinzip funktioniert es wie der Motor beim Auto. "Da ist die Zündkerze", sagt Pechstein und deutet nach rechts.

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Das Herzstück der Großwärmepumpe, die Luft aus der Umwelt nutzt. Der Strom dafür kommt von der PV-Anlage auf dem Gelände.  © Holm Helis
Von Reick aus werden auch andere Anlagen von SachsenEnergie gesteuert.  © Holm Helis
Der Batteriespeicher hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, funktioniert zum Großteil aber immer noch ausgezeichnet.  © Holm Helis

Batteriespeicher steht bereit

Das erste Kraftwerk am Standort Dresden-Reick stammt aus den 70ern (1976). Das sieht man, oder?  © Holm Helis

Im Winter laufen die Motoren dauernd, im Sommer vor allem früh und abends, um die "berüchtigten" Verbrauchsspitzen abzufangen. Eine künftige Umrüstung auf Wasserstoff ist möglich.

Zum Energiemix bei SachsenEnergie - der Energiedienstleister versorgt auch Ostsachsen mit Öl, Gas, Fernwärme, Strom, auch mit Breitband - gehören auch Windkraft, Blockheizkraftwerke und PV-Anlagen.

Eine kleine steht auf dem Gelände. Leistung: bis zu 600 Kilowatt. Der Sonnenstrom fließt u.a. in eine Luftwärmepumpe, das auf 85 Grad erwärmte Wasser wiederum ins Fernwärmenetz.

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"Das Zusammenführen der einzelnen Komponenten ist das Entscheidende", betont Pechsteins Kollege Sven Wegeleben (59). Deshalb steht in Wurfweite auch ein Batteriespeicher für die Speicherung überschüssiger Energie.

In den nächsten Jahren ist die Erneuerung des Anlagenparks geplant, sagt Axel Cunow (46) am Ende des Rundgangs. Und natürlich ein Ausbau. Dann sollen Großwärmespeicher, Elektrodenheizkessel, die wie Tauchsieder funktionieren, und neue Wärmepumpen mit zum Energiemix gehören.

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