Investitionen müssen warten: Rückläufige Getreidepreise verhageln die Erntebilanz

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Freiberg - Ernte gut, alles gut? Von wegen! Die Erträge der diesjährigen Getreideernte können sich trotz verregnetem Sommer sehen lassen. Dafür verhageln Absatzpreise die Stimmung. Der Landesbauernpräsident wollte noch nicht vom Höfe-Sterben sprechen. Doch Investitionen müssen sich schon jetzt hintanstellen.

Getreide ist Sachsens wichtigste Ackerfrucht.
Getreide ist Sachsens wichtigste Ackerfrucht.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Die Märkte verhageln uns die Ernte", sagte Landesbauernpräsident Torsten Krawczyk (50) zur Erntebilanz. Schon seit mehr als zwei Jahren seien die Getreidepreise rückläufig.

Allein der Preis für Brotweizen sei von etwa 220 Euro pro Tonne im vergangenen Jahr auf nur 180 Euro in diesem Jahr gesunken. Während Bauern immer höhere Kosten für Düngemittel oder Pflanzenschutz schultern müssten, so Krawczyk.

Getreide ist für Sachsens Bauern die wichtigste Ackerfrucht. Sie macht mehr als die Hälfte der knapp 702.000 Hektar Ackerfläche hier aus.

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Nach dem ausgiebigen Regen in diesem Sommer wuchs die Sorge vor größeren Qualitätsverlusten und Pilzbefall. Doch die Erträge können sich sehen lassen: Im Schnitt wurden laut Statistischem Landesamt 8,7 Prozent mehr geerntet als im Vorjahr.

Insgesamt fuhren die Bauern demnach knapp 2,65 Millionen Tonnen Getreide ein (plus 12,4 Prozent).

Verbraucher werden von fallenden Getreidepreisen wohl nichts spüren

Torsten Krawczyk (50), Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes (SLB).
Torsten Krawczyk (50), Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes (SLB).  © Hendrik Schmidt/dpa
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Auch mit dem Raps, der auf knapp 105.000 Hektar wuchs, können die Bauern zufrieden sein. Hier wurden mit 3,42 Tonnen pro Hektar überdurchschnittliche Erträge erzielt. Dass die fallenden Getreidepreise beim Verbraucher ankommen, glaubt der Bauernpräsident nicht.

Die Folgen für die Landwirte seien dagegen erheblich, Investitionen etwa in neue, moderne Maschinen zurückgestellt. Dadurch könnten Betriebe technologisch ins Hintertreffen geraten, warnte er.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

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